Piloten fordern nach Sturz-Orgie Maßnahmen

Aufmacherbild
 

Nach der Serie von Stürzen im Training zu den Motorrad-WM-Läufen auf dem Sachsenring haben die Top-Fahrer Konsequenzen gefordert.

Selbst ein Umbau der Strecke ist für Stars wie Valentino Rossi kein Tabu, aber vielmehr sollen wohl die Reifenhersteller in die Pflicht genommen werden.

"Für mich liegt das Problem an der Strecke und an den Reifen", sagte der neunfache Weltmeister Rossi.

Prominente Sturz-Opfer

An den beiden Trainingstagen des Deutschland-Grand-Prix wurden auf dem Sachsenring weit über 30 Stürze gezählt.

MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo musste nach seinem Sturz abreisen und sich erneut an seinem erst vor zwei Wochen operierten Schlüsselbein einem Eingriff unterziehen.

Dani Pedrosa brach sich das Schlüsselbein an. Cal Crutchlow stürzte gleich zweimal und erlitt massive Hautabschürfungen, Andrea Iannone konnte wegen einer ausgekugelten Schulter nicht starten.

Verunsicherung wegen Kurve 11

Der anspruchsvolle Sachsenring ist einer der wenigen WM-Kurse, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Es gibt nur drei Rechts-, dafür aber zehn Linkskurven.

Knackpunkt war fast immer die Kurve elf, eine schnelle Rechtskurve nach sieben Linkskurven, in die die Fahrer mit über 200 Stundenkilometern hineinrauschen.

"Es sind zu viele Stürze. Wenn du auf die Kurve elf zufährst, bist du immer verunsichert", stellte Rossi fest. Da die Reifen auf der rechten Seite angesichts der fehlenden Belastung zuvor regelrecht kalt sind, fehlt der Grip und die Sturzgefahr steigt.

Rossi hat Lösungsvorschlag

"Die Strecke ist nicht gefährlicher als andere. Das Problem ist: Es geht immer nach links und plötzlich kommt diese Rechtskurve", erklärte Rossi und forderte schnelle Gespräche mit dem Reifenhersteller: "Für nächstes Jahr müssen wir uns mit Bridgestone unterhalten, wie wir diese Probleme vermeiden und auch rechts genug Temperatur in die Reifen bekommen."

Asymmetrische Vorderreifen könnten eine Lösung sein. "Für mich ist der Dual-Compound vorne eine einfache und logische Idee, mit der sich das Problem lösen ließe", betonte Yamaha-Pilot Rossi.

Anderer Kurventyp

Bei der Frage, ob die strittige Kurve 11 umgebaut und zum Beispiel mit einer Schikane entschärft werden sollte, waren die Fahrer unterschiedlicher Meinung.

"Ich mag schnelle Kurven, deshalb bin ich gegen einen Umbau. Aber es gab in den letzten Jahren dort sehr viele Unfälle", sagte der Brite Crutchlow und ergänzte: "Man könnte drüber nachdenken, ob man dort einen anderen Kurventyp anlegt."

Rossi gegen Umbau

Für Rossi wäre ein neuer Vorderreifen die einfachere Lösung.

"Ein Streckenumbau ist natürlich viel aufwendiger, aber vielleicht ist das eine Option. Aber ich würde es schade finden. Denn diese Kurve ist fantastisch", sagte der Superstar.

"Wenn du dort eine Schikane oder eine enge Kurve hinbaust, geht eine wertvolles Stück Sachsenring verloren. Aber ich denke an die Sicherheit. Deshalb muss irgendetwas geschehen."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen