Marco Simoncelli: Ein Nachruf

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Mit Marco Simoncelli ist in Malaysia ein Rennfahrer verstorben, den viele als die Zukunft der MotoGP ansahen.

Der Italiener war schnell, spektakulär und bei den Fans durchaus beliebt. Oft fuhr er kompromisslos, weswegen er unter seinen Kollegen nicht nur Freunde hatte.

Letztendlich war Simoncelli jemand, der seinen Sport lebte und liebte und immer mit ganzem Herzen versuchte, das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Er wurde nur 24 Jahre alt.

Erste WM-Saison 2003

Zum ersten Mal für Aufmerksamkeit sorgte Simoncelli in jungen Jahren, als er sich in der italienischen Minimoto Meisterschaft von 1996 bis zum Jahr 2000 zu einem Spitzenfahrer entwickelte.

Nachdem er dort zwei Titel in Folge geholt hatte, wechselte er zu den 125ern, wo er 2001 in der Honda Trophy mitfuhr. Das Jahr lief gut und 2002 folgte der Europameister-Titel und die erste GP-Erfahrung bei den 125ern.

Damit erarbeitete er sich die Chance auf seine erste volle WM-Saison, die er 2003 mit dem Matteoni Racing Team bestritt. Schon in seinem Rookie-Jahr kam er konstant in die Punkte und 2004 gab es beim Regenrennen in Jerez den ersten Sieg.

Am Jahresende lag er dennoch nur auf Platz elf in der Gesamtwertung, das konnte er aber 2005 auf Gesamtrang fünf verbessern und da er körperlich den 125ern zu entwachsen drohte, nahm er 2006 die Chance wahr, in der 250er-Klasse mitzufahren.

Der WM-Sieg

Dort konnte er in seinem ersten Jahr bei Metis Gilera Gesamtrang zehn einfahren. Sein großer Durchbruch war dann das Jahr 2008, als er nicht nur seinen ersten Sieg in der Viertelliterklasse holte, sondern sich auch gegen Alvaro Bautista im Kampf um den WM-Titel durchsetzte.

2009 wollte er diesen Titel verteidigen, aufgrund einer Verletzung zu Anfang der Saison unterlag er letztendlich aber dem sehr konstant fahrenden Hiroshi Aoyama.

Schon früh in der Saison 2009 gab das Gresini-Team bekannt, dass Simoncelli ab 2010 in der MotoGP für den Rennstall fahren würde. In seinem ersten Jahr in der Königsklasse hatte er zunächst einen schwierigen Start, mit Fortdauer der Saison wurde er aber immer stärker und erhielt für diese Saison aufgrund seines Potentials schließlich eine Werksmaschine.

Mit starken Zeiten schon in der Vorbereitung schien er die Entscheidung von Honda zu rechtfertigen, in Katalonien und Assen stand er dann auch auf Pole.

Bestes Ergebnis vor einer Woche

Nur in den Rennen wollte es für ihn nicht so richtig laufen, immer wieder entglitt ihm sein erster Podestplatz. In Brünn gelang ihm mit Platz drei schließlich doch der Schritt auf das Podium, voriges Wochenende holte er in Australien mit Platz zwei noch sein bestes MotoGP-Ergebnis.

Für 2012 hätte er wieder Werksmaterial erhalten und galt aufgrund seiner stetigen Entwicklung als potentieller Siegfahrer. Am Sonntag den 23.10. 2011 endete sein Leben um 16:56 Ortszeit Sepang.

Als großer Fahrer, der noch viel größer hätte werden können, wird er unvergessen bleiben.

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