Le-Mans-Spezialist schlägt zu

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Le-Mans-Spezialist Lüthi schlägt wieder zu

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Tom Lüthi ist auf dem Bugatti Circuit in Le Mans nicht zu stoppen: Der Schweizer holte mit einer vorzüglichen Leistung seinen vierten Sieg auf französischem Boden und seinen ersten auf Kalex.

Er führte die Entscheidung bereits früh im Rennen herbei und verwies Weltmeister Tito Rabat auf den zweiten Platz, Dritter wurde Lokalmatador Johann Zarco. Jonas Folger hingegen stürzte und ging punktelos nach Hause - er sollte nicht der einzige Große bleiben, der mit leeren Händen aus Frankreich zurückkommt.

Zarco kommt nicht weg

Zarco schnappte sich zu Beginn seines Heimrennens die Spitze und fuhr sofort in der erste Runde einen Vorsprung heraus. Lowes hatte ursprünglich den besten Start, doch es fehlte ihm an Tempo, Lüthi und Rabat gingen schnell vorbei.

Der Ausreißversuch von Zarco schlug fehl und Lüthi war zur Stelle. Doch statt einer Zusammenarbeit lieferten sich die beiden einen Zweikampf, den Rabat dadurch zum Dreikampf machen konnte. Völlig vermasselt hat den Start Polesetter Rins, der bis ans Ende der Top-10 zurückfiel.

Kollision mit Zündstoff: Rossi und Marquez

Eine Kollision mit Zündstoff gab es weiter hinten im Feld: Eine Kollision zwischen Marquez und Rossi! Doch es waren Alex Marquez und Louis Rossi, die die Segel streichen mussten.

Nach nur zehn Runden dann der Schock im deutschen Camp: Jonas Folger rutschte auf Rang neun liegend in der Doppelrechts über das Vorderrad weg - das Aus für den WM-Zweiten. Auch Vorjahressieger Mika Kallio schmiss seine Kalex in den Kies.

Folger gab nach dem Sturz zu Protokoll: "Wir sind auf das Setup vom Freitag zurückgegangen, aber konnten die Abstimmung nicht mehr verfeinern. Deshalb hatte ich Probleme mit der Front; das Vorderrad ist immer wieder weggerutscht. Und beim fünften oder sechsten Mal passiert es dann, ich habe es weggeschmissen. Ich gehe auf jeden Fall mit voller Motivation nach Mugello und werde den Sturz morgen vergessen haben."

Rabat kommt nicht mehr heran

Lüthi setzte nach drei Runden das entscheidende Manöver gegen Zarco in der ersten Schikane und fuhr sich einen kleinen Vorsprung von etwa einen Sekunde heraus, während Rabat noch am Franzosen hängen blieb.

Lowes lag noch in Schlagdistanz, kam aber nie an seine Vorderleute heran, obschon er sie states 1,4 Sekunden vor sich hatte. Dahinter startete ab Platz fünf eine Verfolgergruppe bestehend aus dem sich erholenden Rins, Salom, Simon, Morbidelli und Nakagami bis hin zu Xavier Simeon auf dem zehnten Platz.

Rabats Angriff kommt zu spät

In Runde 19 machte Rabat ernst: Der Weltmeister hatte genug vom Hinterherfahren und schnappte sich ebenfalls in der ersten Schikane den zweiten Platz von Zarco. Nun waren Netz und doppelter Boden für Lüthi weg.

Doch der Schweizer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und rief nun alle Reserven ab. Runde für Runde packte er ein bis drei Zehntel drauf - Rabat musste bald einsehen, dass er sich mit Platz zwei begnügen musste, Zarco behielt mit dem dritten Rang die WM-Führung.

Polesetter stürzt

Während Lowes ein einsames Rennen auf P4 zu Ende brachte, krachte es in der Verfolgergruppe im wahrsten Sinne des Wortes: Alex Rins stürzte in der drittletzten Runde und fiel aus den Punkterängen heraus, eine Runde später kollidierten Morbidelli und Salom zum Leidwesen des Letzteren. Morbidelli kam ungeschoren davon davon und wurde Fünfter.

Die Stimmen vom Podest

Thomas Lüthi (1.):  "Es war nicht leicht. Am Anfang habe ich mich sofort gut gefühlt, das Bike hat gut gearbeitet. Ein großer Dank ans Team, sie haben das ganze Wochenende hervorragend gearbeitet. Ich wusste ich kann schneller fahren als Johann, aber er war stark auf der Bremse. Schließlich konnte ich eine kleine Lücke aufmachen und bin dann einfach fokussiert geblieben. Über diesen Sieg bin glücklich und ich freue mich schon auf die restliche Saison." 

Tito Rabat (2.):  "Mein Start war normal, ich habe mich danach verbessert. Ich konnte zu Beginn Zarco nicht überholen und musste warten, bis die Reifen abgenutzt sind. Ich war im ersten Abschnitt schneller, also habe ich es da versucht. Danach wollte ich unbedingt Lüthi kriegen, aber er hat gewonnen, also Glückwunsch an ihn. Ich bin happy, denn wir sind auf einem guten Weg, so müssen wir weiterarbeiten." 

Johann Zarco (3.):  "Das Ziel war natürlich der Sieg. Der Start war gut und ich wollte vorne wegziehen. Lüthi war aber ziemlich stark und auch Rabat ist mir am Schluss davon gezogen. Ich glaube nicht, dass mein Reifenverschleiß zu groß war. Lüthi war einfach besser aufgelegt und hatte mehr Kurvenspeed. Am Ende war es nicht einfach, denn ich wollte das Podium absichern und nicht stürzen. Der dritte Platz in Frankreich ist fantastisch, das sind wieder viele Punkte, und ich bin auch happy für die Fans hier."

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