Irrer Silverstone-GP an Hamilton

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Hamilton feiert Heimsieg trotz Regens

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Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat am Sonntag seinen Heim-Grand-Prix in Silverstone gewonnen.

Der 30-jährige Engländer entschied das turbulente Rennen vor ausverkaufter Kulisse von 140.000 Fans vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg für sich, dessen Rückstand auf WM-Spitzenreiter Hamilton damit auf 17 Punkte anwuchs.

Ferrari-Star Sebastian Vettel komplettierte das Podium als Dritter.

"Überglücklich"

Für Hamilton war es der 38. Sieg seiner Karriere, der fünfte in dieser Saison. Nach 2008 und 2014 - also in seinen Weltmeisterjahren - triumphierte er außerdem zum insgesamt dritten Mal in Silverstone, womit er mit seinen britischen Landsleuten und F1-Idolen Jim Clark (1963, 1965 und 1967) und Nigel Mansell (1987, 1991 und 1992) gleichzog.

"Ich bin überglücklich. Danke fürs Kommen, ihr habt dieses Wochenende zu einem ganz besonderen für mich gemacht. Ich habe euch in jeder Runde in den Kurven gesehen, ihr habt mich zur Höchstleistung angetrieben", sagte Hamilton bei der Siegerehrung zu den Fans.

Rosberg gratulierte seinem Teamkollegen zu einem "perfekten Job" und sprach von einem "wirklich guten, aber auch anstrengenden Rennen".

Viel Action

In der Tat war der bereits sechste Mercedes-Doppelsieg im neunten Saisonrennen ein hartes Stück Arbeit, denn der Großbritannien-GP bot alles, was sich Formel-1-Fans wünschen.

Zunächst raste Felipe Massa mit einem Raketenstart an die Spitze, auch sein Williams Teamkollege Valtteri Bottas lag unmittelbar nach dem Beginn kurzzeitig vor Pole-Setter Hamilton.

Und eine Kollision, in die beide McLaren- und Lotus-Boliden verwickelt waren, ließ auch noch sogleich das Safety-Car ausrücken.

Virtuelles Safety-Car

Nach dem Restart in Runde vier agierte Hamilton dann zu ungestüm und musste auch Bottas passieren lassen. Erst nach dem ersten optimal geplanten und abgewickelten Boxenstopp ging der Mercedes-Star in Führung, während Rosberg vorerst weiter nur Vierter blieb. Mit der Führung im 18. Grand Prix en suite übertraf Hamilton auch die Bestmarke des Schotten Jackie Stewart.

Nach dem Ausfall von Toro-Rosso-Fahrer Carlos Sainz jr. gab es dann von Runde 32 bis 35 eine virtuelle Safety-Car-Phase, an deren Ende erstmals Regen einsetzte.

Dieser spielte Rosberg in die Karten, der die beiden zu vorsichtig fahrenden Williams überholte und sich bis auf zwei Sekunden an Hamilton heranarbeitete.

Regen hilft Vettel

Neun Runden vor Schluss, als es stärker regnete, mussten dann Intermediates aufgezogen werden, wodurch Vettel aufgrund eines ähnlich frühen Stopps wie Hamilton noch auf Platz drei vorgespült wurde und das Williams-Team das Podest verpasste.

"Ohne Regen wären wir nie aufs Podium gekommen, wir haben den Boxenstopp genau richtig getimt", betonte Vettel. Für Massa und Bottas blieben deshalb am Ende nur die Ränge vier und fünf.

Unmittelbar dahinter landete der Russe Daniil Kwjat im Red Bull auf Platz sechs. "Das ist derzeit das Maximum für uns", hatte Red-Bull-Motorsporchef Helmut Marko bereits vor dem Rennen erklärt. "Aerodynamisch geht es bei uns in die richtige Richtung, nun hoffen wir noch auf zusätzliche PS", nahm der 72-jährige Steirer wieder einmal Motorenpartner Renault in die Pflicht.

Wenig Grip am Start

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff war dagegen rundum glücklich. "Das waren heute Mega-Emotionen vor so einer Kulisse. Unsere Fahrer haben perfekt funktioniert und sind in einem schwierigen Rennen fehlerlos geblieben. Das war eine makellose Teamleistung", schwärmte der Wiener.

Nur den Start müsse man genau analysieren. "Die Williams sind wie die Raketen weggezogen, obwohl auch sie wie wir wenig Grip hatten", sagte Wolff und vermutete, dass die ebenfalls von Mercedes-Motoren angetriebenen Williams wohl aufgrund einer besseren Einstellung am Start weniger durchdrehende Räder hatten.

McLaren-Star Fernando Alonso durfte sich als Zehnter über seinen ersten Punkt in dieser Saison freuen, allerdings auch weil es im Rennen sechs Ausfälle - darunter Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo und beide Toro-Rosso-Boliden - gab. Dazu musste Sauber-Pilot Felipe Nasr aufgrund eines Getriebeproblems auf eine GP-Teilnahme verzichten. Der Brasilianer war auf dem Weg zur Startaufstellung in der Stowe-Kurve liegen geblieben.

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