Bestzeit mit Schönheitsfehler

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Rosbergs Pole Position mit Schönheitsfehler

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Die dominierenden Mercedes haben auch das Qualifying in Monaco dominiert.

Bestzeit erzielte am Samstag wie schon 2013 Nico Rosberg, der Vorjahressieger setzte sich nach einem allerdings kontroversiellen Finish 0,059 Sek. vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton sowie deutlich vor den beiden Red Bulls durch.

Gegen den Bestzeithalter wurde zunächst eine Untersuchung eingeleitet. Denn ein Verbremser des führenden Rosberg Sekunden vor Schluss der zwölfminütigen Entscheidung um die Plätze in der Startaufstellung für den 72. Monaco-GP am Sonntag (14.00 MESZ) löste eine Gelb-Phase aus.

Der Deutsche kommt aber ohne Bestrafung davon.

Ricciardo über Gelb-Phase verärgert

Während Rosberg in der Mirabeau den Notausgang nahm, mussten die restlichen Fahrer ihre Zeitenjagd auf dem engen Straßenkurs abbrechen.

Während sich der neue Seriensieger Mercedes damit auch im sechsten Saisonlauf die beste Position sicherte, blieb für die Red Bulls von Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel die zweite Reihe. Die beiden Ferraris von Fernando Alonso und Kimi Räikkönen qualifizierten sich für die dritte.

Auch Ricciardo ärgerte sich über das vorzeitige Ende. "Echt frustrierend, das wäre noch schneller gegangen."

Frust bei Vettel

Der Australier ließ seinen allerdings mit KERS-Problemen und Leistungsverlust am neu eingesetzten Antriebsstrang kämpfenden Teamkollegen Vettel ein weiteres Mal hinter sich.

Für den Vierfach-Weltmeister Vettel war es deshalb schlicht ein "frustrierender Tag." Red Bulls Motorsport-Direktor Helmut Marko gab zu: "Gelb hat unsere Strategie über den Haufen geworden. Wir wollten ein Auto in die erste Reihe bringen."

Nicht wenige fühlten sich nach dem Rosberg-Verbremser an eine Aktion von dessen Landsmann Michael Schumacher erinnert.

Der Rekord-Weltmeister war 2006 in der Rascasse absichtlich liegen geblieben, um Fernando Alonso zu behindern. Schumacher wurde damals nach stundenlangen Untersuchungen und einer Verhandlung bestraft.

Rosberg entschuldigt sich und wird nicht bestraft

Die Rennleitung entschied sich nach einer Anhörung Rosbergs und des Mercedes-Teams gegen eine Bestrafung. Der 28-Jährige darf seine Pole Position also behalten.

Der Deutsche entschuldigte sich wortreich und beteuerte, es sei keine Absicht gewesen. Zwischen den beiden Mercedes-Piloten war nichtsdestotrotz erstmals "Eiszeit" bemerkbar.

Hamilton, der beim Rosberg-Manöver mit der besten Sektorzeit unterwegs war, gab sich nach dem kontroversiellen Finish wortkarg. "Es gibt nicht viel zu sagen. Das Ganze ist Ironie. Ich war zwei Zehntel vorne und das wäre meine Runde gewesen", murrte der Brite, der nun ein weiteres Jahr auf seine erste Monaco-Pole hoffen muss.

"Es tut mir leid für Lewis", sagte Rosberg. Auch der Vorjahressieger weiß, dass Nirgendwo die Pole so wichtig ist wie auf dem engen Stadtkurs in Monaco, wo überholen fast unmöglich ist. In den vergangene zehn Jahren hat nur ein Fahrer nicht aus der besten Startposition gewonnen.

Wolff und Berger sahen keine Absicht

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wollte aber keine Absicht Rosbergs erkannt haben. "Er hatte wenig Grip und hat sich verbremst. Das kann passieren", sagte der Österreicher, gab aber zu: "Das hat das Qualifying beendet."

Auch der frühere Formel-1-Pilot und Rennstallchef Gerhard Berger bezweifelte Absicht bei Rosberg. "Wenn doch, dann hat er es schlauer gemacht als damals Schumacher. Im Zweifel für den Angeklagten würde ich sagen."

Was noch auffiel: Mit den neuen V6-Turbo-Autos sind die Piloten heuer um über zwei Sekunden langsamer als 2013. Rosbergs Pole-Zeit hatte damals 1:13,876 gelautet, diesmal kam er in seiner schnellsten Runde auf 1:15,989.

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