Turbulente Quali an Rosberg

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Rosberg bejubelt Pole - bitterer Fehler von Hamilton

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WM-Leader Nico Rosberg startet am Sonntag (14.00 Uhr) von der Pole Position in den Grand Prix von Großbritannien.

Der 29-jährige Mercedes-Pilot behielt am Samstag im von Regenschauern beeinträchtigten Qualifying in Silverstone die Übersicht und erzielte in 1:35,766 Minuten klare Bestzeit vor seinem Landsmann Sebastian Vettel im Red Bull, der bereits 1,620 Sekunden Rückstand hatte.

"Das war ein verrücktes Qualifying. Die ständig wechselnden Bedingungen haben es sehr schwierig gemacht, weil gewisse Streckenteile viel trockener als andere waren. Meine Ingenieure haben aber die richtige Entscheidung getroffen, uns ist alles aufgegangen", erklärte Österreich-Sieger Rosberg nach der achten Pole seiner Karriere, der bereits vierten in dieser Saison.

Sein englischer Teamkollege Lewis Hamilton hatte lange Zeit die Bestmarke in der dritten und letzten Quali-Phase innegehabt, sich aber dann entschieden, seinen letzten Versuch wegen der schlechteren Bedingungen in den ersten beiden Sektoren abzubrechen und in die Box zu fahren.

Hamilton: "War mein Fehler"

Dadurch wurde er noch von fünf Konkurrenten überholt. "Im dritten Sektor war es viel trockener, da habe ich die Bestzeit herausgefahren", erläuterte Rosberg.

Deshalb wurde der vierfache Saisonsieger Hamilton noch auf Platz sechs durchgereicht. "Die Enttäuschung könnte nicht größer sein. Das war mein Fehler", gestand der Brite sichtlich zerknirscht.

"Es geht damit für mich im Rennen wieder nur um Schadensbegrenzung", meinte Hamilton in Erinnerung an das letzte Rennen vor zwei Wochen in Spielberg, wo er hinter Rosberg noch Platz zwei holte. Sein Rückstand auf den Stallrivalen vor dem neunten von 19. Rennen beträgt 29 Punkte.

Freude bei Vettel und Button

Im Gegensatz zu Hamilton war Vettel noch in letzter Sekunde auf Platz zwei gerast.

"Solch rasch wechselnde Verhältnisse gibt es nur hier in England. Das Qualifying hat sich sehr positiv für mich entwickelt, jetzt stehe ich in der ersten Reihe", lautete der zufriedene Kommentar des Vierfach-Champions, der als WM-Sechster aber bereits 105 Zähler hinter Rosberg liegt.

Auch der drittplatzierte Engländer Jenson Button hatte gut lachen. "Normalerweise hätten wir keine Chance auf solch ein Ergebnis gehabt. Das ist ein unglaubliches Resultat für uns, ich bin sehr glücklich. Aber es ist nur Platz drei im Qualifying", relativierte der McLaren-Pilot gleichzeitig vor seinem Heimrennen. Denn in diesem wird es für Button wohl eine Mission Impossible, den Sprung aufs Podest zu schaffen.

Für die in Spielberg noch im Qualifying dominierenden Williams-Piloten Valtteri Bottas und Felipe Massa setzte es dagegen mit den Rängen 17 und 18 einen schweren Dämpfer, ebenso wie für die Ferrari-Stars Fernando Alonso und Kimi Räikkönen, die unmittelbar dahinter auf den Positionen 19 und 20 landeten.

Debakel für Ferrari und Williams

"Das ist sehr enttäuschend, wir haben große Möglichkeit ausgelassen", betonte Massa, der beim Österreich-Comeback die "Pole" erobert hatte. "Das war ein taktischer Fehler, wir sind zu spät auf die Strecke gefahren. Man kann hier nie sicher sein, dass nicht mehr regnet, auch wenn das Wetterradar das anzeigt."

Der Finne Bottas, zuletzt in Spielberg als Dritter erstmals auf dem Podium, glaubt aber, dass für ihn und seinen brasilianischen Teamkollegen im Rennen noch ein Top-Ten-Platz möglich sein sollte.

Auch Ferrari verzettelte sich in der Wetter-Lotterie und wäre deshalb schon mit Punkten zufrieden.

"Das war ein fürchterliches Qualifying, in dem wir alles falsch gemacht haben. Wir haben die falschen Reifen im falschen Moment aufgezogen", wetterte Ex-Weltmeister Alonso. Gleichzeitig gab der Spanier aber zu bedenken: "Bei diesen Bedingungen ist es ein schmaler Grat zwischen Held und Verlierer."

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