Flashback: Germany, Twelve Points!

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Europa. Tage des Aufbruchs.

Neue Teile, neuer Schwung - aber keine Veränderungen. Die Formel 1 bleibt dominiert von Mercedes. Der Generalangriff der Verfolger schlug fehl.

Allerdings gab einer nicht auf und startete nach einigen Problemen im Rennen eine beispiellose Aufholjagd. Sebastian Vettel kämpft und holte sich verdiente zwölf Punkte. Aber vielleicht ist am Ende alles Wurst.

Der Flashback zum Grand Prix von Spanien:

  • HOT AND NOT

Sebastian Vettel

Man hätte meinen können, der Geist von Mark Webber hatte sich im Auto des vierfachen Weltmeisters breit gemacht, so problembehaftet verlief das Wochenende des vierfachen Weltmeisters in Spanien. Bis zum Sonntag. Dank der richtigen Strategie gelang Vettel eine bemerkenswerte Aufholjagd, besonders in der zweiten Hälfte des Rennens. Beim beziehungsweise nach dem zweiten Stopp schnappte er sich Alonso, Räikkönen und auch noch Bottas und holte als Vierter verdiente zwölf Punkte. "Hoffentlich bekommen wir das nächste Mal mehr Runden und sehen nicht erst am Sonntag wo wir stehen", sagte der 26-Jährige nach dem Rennen. Vieles sei schon besser geworden, noch gäbe es aber einiges an Potenzial. Und Vettel scheint bereit, dieses auch ausschöpfen zu können.

Jean-Eric Vergne

Nur Adrian Sutil und Jean-Eric Vergne mussten schon drei Mal in dieser Saison das Rennen vorzeitig beenden. Für den Franzosen, der in Australien als Achter noch positiv in die Saison gestartet war, läuft derzeit überhaupt nichts zusammen. Auf die Frage, ob er sich nicht vom Pech verfolgt sieht, meinte Vergne geknickt: "Es sieht wohl danach aus, aber das gehört zum Spiel dazu." Nachdem er im Training ein Hinterrad verlor, bekam er schon am Freitag eine Rückversetzung um zehn Startplätze aufgebrummt, am Sonntag musste er dann aufgrund eines Auspuffdefekts aufgeben. In der Saison will er das aber nicht tun. "Ich bin immer noch zuversichtlich und werde meine Chance bekommen", so Vergne.

  • NEWCOMER-CHECK

Wieder nix! Alle drei Rookies gehen wie schon in Shanghai leer aus. Für McLaren war es bereits das dritte Rennen in Folge ohne Punkte. Kevin Magnussen touchierte nach Problemen im Qualifying zu Beginn des Rennens den RB10 von Sebastian Vettel und verlor dadurch einen Platz. Danach war ein harter Kampf angesagt. "Im Mittelfeld geht es sehr eng zu, es ist aus diesem Grund extrem schwierig, nach vorne zu kommen. Hinzu kommt, dass zwischen dem weicheren und dem härteren Reifen kein großer Unterschied war", meinte der Däne.

Die Reifen machten auch Daniil Kvyat zu schaffen. Dazu kam, dass dem Toro Rosso, der im Gegensatz zu den anderen Teams keine großen Updates für Barcelona bekam, einfach die Pace gefehlt hat. Am Ende hing er als 14. fest.

Marcus Ericsson wurde nicht nur Letzter, sondern auch Opfer des berüchtigten Crashtor Maldonado. "Als ich versuchte, bei der Einfahrt in Kurve 13 zu überholen, traf mich Maldonado ziemlich hart. Mit seinem Manöver riskierte er, uns beide aus dem Rennen zu werfen." Am Ende galt es nur noch, irgendwie ins Ziel zu kommen.

  • TEAM-CHECK: Hamilton vs. Rosberg

Zwischendurch war die Luft schon ziemlich draußen, aus dem "Krieg der Sterne". Lewis Hamilton schien einfach zu stark für seinen Teamkollegen Nico Rosberg zu sein. Am Ende fehlten dem Deutschen aber doch nur etwa sechs Zehntel auf den Sieg. Das lag an den unterschiedlichen Strategien. Während Hamilton die härtere Reifenmischung ins Ziel mitnahm, kam Rosberg mit den weicheren Pneus immer näher an den Briten heran. Als in den letzten drei Runden der Vorsprung auf unter eine Sekunde schmolz, schien ein Angriff möglich, Rosberg riskierte aber nichts mehr. "Ich hätte so ein Kamikazeding starten können, habe es aber lieber sein lassen. Das Rennen war leider eine Runde zu kurz", meinte er. Allen Fans, die das Rennen als langweilig empfanden, hatte Niki Lauda noch etwas zu sagen. "Die verstehen das Rennfahren nicht. Solche Rennen sind einfach nicht langweilig, wenn man sie versteht. Es war keine Spazierfahrt und die beiden haben alles gemacht, um alles herauszuholen."

  • LENKER DES WOCHENENDES: Sergio Perez

Es ist Europa-Auftakt. Es ist Freitag. Trainingszeit. Endlich kann man neue Teile ausprobieren, die einen weiter nach vorne bringen sollen. Bei Force India stand die Weiterentwicklung der Aerodynamik im Vordergrund. Blöd nur, wenn vor lauter Neuheiten, die guten alten Rückspiegel nicht mehr mitmachen wollen. So geschehen bei Sergio Perez während des ersten Trainings. Nachdem es dem Mexikaner das lose Teil ein paar Mal auf das Visier schnalzte, lenkte er seinen VJM07 seelenruhig mit einer Hand zurück in die Box. Cool gemacht, Sergio. Seht selbst:

Lewis Hamilton Nico Rosberg
Endplatzierung 1. 2.
Rückstand auf 1. - +0,636 sek.
Topspeed 331,5 km/h (10.) 334,5 km/h (5.)
Schnellste Runde 1:29,483 Minuten (3.) 1;29,236 Minuten (2.)
Reifenstrategie (Runden) M (18), M (25), H (23) M (21), H (24), M (21)

  • NICHT-INTERVIEW DES WOCHENENDES: Kimi "I don't know " Räikkönen

Er redet generell nicht viel. Wenn er aber schlecht gelaunt ist, redet er erst recht nicht viel, der "Iceman".

 

  • BILD DES WOCHENENDES:

EIN BART GEHT UM DIE WELT

  • ZAHLENSPIELEREIEN:

1 - Lewis Hamilton fährt seit 2007 in der Formel 1. Noch nie hat er in Barcelona gewinnen können. Bis heuer.

3 - Hamilton hat damit vier Rennen in Folge gewonnen. Es gibt nur zwei Briten, die das ebenfalls geschafft haben. Jim Clark und Nigel Mansell.

4 - Für Mercedes war es gleichzeitig der vierte Doppelsieg in Serie. Die meisten in einer Saison - nämlich zehn - schaffte McLaren 1988 mit Alain Prost und Ayrton Senna. Öfter als vier Mal in Folge schaffte es aber auch dieses Duo nicht, als Erster und Zweiter ins Ziel zu kommen.

5 - Es hat geklappt und es zählt auch. Daniel Ricciardo hat in seinem fünften Rennen sein erstes Podium erzielt. In Australien war er ja nachträglich disqualifiziert worden. Er ist damit der fünfte Australier auf einem Formel-1-Podest nach Jack Brabham, Alan Jones, Tim Schenken und Mark Webber.

99 - Für Australien war es der 99. Podestplatz in der Geschichte der Formel 1. Damit überholt man Argentinien und ist das neunterfolgreichste Land.

100 - Ferrari ist zwar nicht ganz vorne dabei, aber zuverlässig. Als einziges Team absolvierten beide Fahrer 100 Prozent der bisherigen Saison.

72 - Gleichzeitig hat Ferrari nunmehr seit 72 Rennen (Deutschland 2010) immer ein Auto in den Punkterängen gehabt.

252 - Jenson Button fuhr in Spanien seinen 252. Grand Prix. Er ist damit in der Allzeit-Bestenliste gleichauf mit Jarno Trulli Vierter.

24 - Max Chiltons Serie geht weiter. Der 23-Jährige kam auch in Barcelona ins Ziel und beendete damit alle seine 24 Rennen im Ziel.

 

Andreas Terler

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