Monza und die "Formel Vettel"

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Wo die "Formel Vettel" ihren Ausgang nahm

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Sebastian Vettel kehrt am Freitag zu seinen Wurzeln zurück. Vor drei Jahren feierte er in Monza seinen ersten Sieg in der Formel 1 - als jüngster Pilot aller Zeiten.

Am Sonntag könnte er mit einem weiteren Erfolg einen großen Schritt in Richtung zweiten WM-Titel machen.

Mit dem italienischen Traditions-Kurs verbindet der junge Deutsche freilich nur Gutes. "Monza ist eine unglaubliche Erinnerung für mich. Es ist der Ort, an dem ich 2008 meinen ersten Formel-1-Sieg eingefahren habe. Das werde ich nie vergessen. Ich hatte Gänsehaut, als ich vor den Fans auf dem Podium stand", erinnert sich Vettel.

Die "Formel Vettel"

Seit seinem ersten Triumph  sind 52 Rennen vergangen – und der Deutsche machte die Formel 1 seither zur „Formel Vettel“. Seine beeindruckende Statistik seit seinem Debüt-Erfolg: 16 GP-Siege, 13 weitere Podestplätze und 23 Pole Positions. Mit dieser Statistik lässt er seine Kollegen einmal mehr alt aussehen (siehe Statistik).

WM-Titel Nummer zwei ist nur mehr eine Frage der Zeit, Dann wäre Vettel auch jüngster Doppel-Weltmeister aller Zeiten. 92 Punkte beträgt sieben Rennen vor Schluss sein Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Mark Webber.

Selbst wenn der noch sieglose Australier alle ausständigen Rennen gewinnt, reichen Vettel vierte Plätze in allen GPs zum Titelgewinn. Laut Hochrechnung ist es für den Deutschen mit den weltmeisterlichen Ehren schon in Suzuka so weit.

Bislang holte er pro Rennen im Durchschnitt 7,67 Punkte mehr als Webber. Hält er diese Schnitt, wäre Vettel nach dem Japan-GP nicht mehr von der Spitze zu verdängen.

"Härtestes Rennen"

Von derartigen Zahlenspielereien will der WM-Führende freilich nichts wissen. Schon gar nicht vor Monza: "Das wird wieder unser härtestes Rennen der Saison."

Der Austragungsort des Italien-GPs war bislang noch nie eine Red-Bull-Strecke. Der Austro-Rennstall ist dort noch ohne Podestplatz, Vettel fuhr seinen Sieg 2008 auf einem Toro Rosso ein.

Meiste Siege Meiste Podestplätze Meiste Pole Positions
Sebastian Vettel 16 Sebastian Vettel 29 Sebastian Vettel 23
Jenson Button 10 Mark Webber 25 Mark Webber 9
Lewis Hamilton 8 Jenson Button 22 Lewis Hamilton 7
Fernando Alonso 8 Lewis Hamilton 20 Jenson Button 4
Mark Webber 6 Fernando Alonso 20 Fernando Alonso 3

Der erste Erfolg auf der High-Speed-Strecke in Spa-Francorchamps stimmt den Deutschen aber auch für den noch schnelleren Kurs in Italien zuversichtlich: "Jetzt müssen wir auch keine Angst vor Monza mehr haben. Ich sehe auch dort Chancen für uns."

Vettel-Rücktritt 2014?

In einem Interview mit dem "Playboy" ließ Vettel unlängst mit einer ersten Aussage zu einem möglichen Karriereende aufhorchen: "Mein Vertrag geht bis 2014, und viel weiter denke ich nicht. Vielleicht habe ich in vier oder fünf Jahren keine Lust mehr auf Formel 1 und möchte etwas anderes machen."

Bis dahin hat er aber noch viel vor. Am Wochenende steht zunächst das Ausmerzen des vorletzten weißen Flecks auf der Red-Bull-Racing-Landkarte auf dem Programm. Auf den Strecken des aktuellen F1-Kalenders ist der Austro-Rennstall neben Monza nämlich nur noch in Yeongam (erst ein Rennen) ohne einen Podestplatz.

Michael Höller

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