Vorteil und Matchball Vettel!

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Vettel: Vorteil und Matchball in Austin

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Ist der Titelkampf in der Formel 1 schon in wenigen Stunden entschieden?

Leicht möglich! Denn Sebastian Vettel hat nach dem erfolgreichen Qualifying alle Trümpfe in der eigenen Hand (Startaufstellung >>).

Der Deutsche startet beim US-Grand-Prix aus der Pole Position, während sein WM-Rivale Fernando Alonso nur vom achten Platz aus ins Rennen geht.

Folgende Szenarien würden Vettel schon heute zum Dreifach-Weltmeister machen:

SZENARIO 1: Vettel siegt

Fernando Alonso darf nicht besser als Fünfter werden. Der Punktestand würde in so einem Fall mindestens 280:255 betragen und Alonso könnte Vettel aufgrund seiner niedrigeren Anzahl an Saisonsiegen (in diesem Fall 6:3) nicht mehr einholen.

SZENARIO 2: Vettel wird Zweiter

Alonso darf dann maximal zwei WM-Punkte holen, was Rang neun entspricht. Der WM-Stand würde in diesem Fall maximal 273:247 lauten.

SZENARIO 3: Vettel wird Dritter

Alonso müsste dann außerhalb der Punkteränge landen oder ausfallen, damit der Stand von 270:245 Zählern Vettel zum dritten WM-Triumph in Folge reichen würde.

Vettel muss also mindestens auf das Podest fahren, um den Titel unter Umständen bejubeln zu können. Auf der Gegenseite muss Alonso "nur" den vierten Rang retten, um die Entscheidung in jedem Fall auf das Finale in Sao Paulo (25. November) zu vertagen.

VETTELS VORTEILE

VORTEIL 1: Pole Position

35 Mal startete Vettel bereits aus Pole Positon, 19 Mal davon konnte er das anschließende Rennen auch gewinnen. 27 Mal landete er zumindest am Podest. Das entspricht einer Quote von 77 Prozent. Nur vier Mal landete er von Pole Position nicht in den Punkterängen, jeweils, weil er ausfiel.

VORTEIL 2: Strecken-Charakteristik

Bestzeit im 1. Training, Bestzeit im 2. Training, Bestzeit im 3. Training. Dazu die schnellste Runde in jedem der drei Qualifying-Abschnitte. Dem RB8 scheint die Strecke in Austin auf den Leib geschneidert zu sein. Ähnlich dominant war Vettel zuletzt in Indien, wo er am Ende ungefährdet gewann.

VORTEIL 3: Die Crash-Piloten

Fernando Alonso sitzt die Angst im Nacken. Die Angst, dass in der ersten Kurve von hinten jemand angeschossen kommt. Mit Romain Grosjean und Pastor Maldonado starten zwei Fahrer in der Reihe hinter Alonso, die heuer schon mehrfach in Start-Kollisionen verwickelt waren. Zudem ist die erste Kurve für Unfälle geradezu prädestiniert. Grosjean schoss den Spanier heuer bereits in Spa ab und sorgte für dessen erste Nullnummer in dieser Saison.

ALONSOS HOFFNUNGEN

HOFFNUNG 1: Gesetz der Serie

Seit der Sommerpause landete Alonso in jedem Rennen, das er beenden konnte, am Podest. Drei dritte und zwei zweite Plätze sammelte der Spanier seither. Allerdings fiel er auch zweimal aus, weil er in den Startphasen in Spa (Grosjean) und Suzuka (Räikkönen) unliebsam mit Lotus-Boliden Kontakt aufnahm.

HOFFNUNG 2: Stärke aus hinteren Reihen

Schon zum siebenten Mal in dieser Saison geht Alonso von einem Startplatz hinter den ersten drei Reihen ins Rennen. Seine Bilanz kann sich durchaus sehen lassen. Er verbesserte sich davon fünf Mal, landete in drei Rennen sogar am Podest und holte in Malaysia (von Startplatz 8) und Valencia (von Startplatz 11) sogar zwei seiner drei Saisonsiege nach verpatzten Qualifyings.

HOFFNUNG 3: Erzrivale Lewis Hamilton

Paradox, aber wahr! Alonso-Fans müssen am Sonntag wohl vor allem Lewis Hamilton die Daumen drücken. Der Erzfeind des Spaniers ist Vettels erster Verfolger in der Startaufstellung und womöglich sein einziger Gegner am Start, da Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber auf Rang drei wohl kaum fürchten muss. Hamilton hingegen hat nichts zu verlieren, ist in der WM chancenlos und bestreitet sein vorletztes Rennen für McLaren. Je mehr Punkte Hamilton Vettel wegnimmt, desto besser für Alonsos Titelhoffnungen.

Michael Höller

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