Vettel wieder nicht zu schlagen

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Sebastian Vettel fährt weiterhin in einer eigenen Liga. Der Weltmeister distanzierte die Konkurrenz am Samstag im Qualifying für den Grand Prix von Italien deutlich.

Fast eine halbe Sekunde legte der Red-Bull-Pilot in Monza zwischen sich und die ersten Verfolger, Lewis Hamilton und Jenson Button im McLaren. Dabei ist der Königliche Park von Monza alles andere denn eine Strecke, die den Bullen entgegenkommt.

Vettel erhöht auf 25

Das hielt Vettel nicht davon ab, seine zehnte Pole Position der Saison herauszufahren. Damit hat der Deutsche bereits im 13. Rennen die Marke erreicht, die er im Vorjahr bei seinem ersten WM-Titel erzielt hatte.

Der Rekord von Nigel Mansell für Poles in einer Saison steht seit 1992 bei 14. "Das ist nicht wirklich unser Ziel", erklärte Vettel. "Aber es stimmt, es läuft unglaublich gut für uns." Im Qualifying ist Red Bull 2011 noch ungeschlagen.

Mit der 25. Pole Position seiner Karriere übertraf Vettel vor den Augen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, der mit Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern angereist war, unter anderem die österreichische Legende Niki Lauda.

McLaren resigniert

Und das auf eindrucksvolle Art und Weise. "In der entscheidenden Runde war er unantastbar", gestand Hamilton, der als Zweiter bereits 0,45 Sekunden verlor - eine halbe Welt.

"Wir hätten Sebastian nicht herausfordern können, sie waren viel schneller als wir", ergänzte McLaren-Kollege Button. "Das ist schwierig zu verstehen."

Denn Red Bull ist auf dem High-Speed-Kurs in Monza bisher noch nie auf dem Podest gestanden. Dazu untersagte der Weltverband FIA, die Vorderräder um mehr als die vom Reifen-Hersteller Pirelli empfohlenen 3,25 Grad zu neigen ("Reifensturz").

Ein großer Schritt

Red Bull hatte beim Doppelsieg vor zwei Wochen in Spa eine risikoreiche Variante von mehr als vier Grad Sturz verwendet, um die Pneus auf Temperatur zu bringen. Es besteht dabei allerdings die Gefahr der Blasenbildung.

Vettel greift dennoch nach seinem achten Saisonsieg, dem zweiten in Monza. Im Königlichen Park hatte er 2008 für Red Bulls Zweitteam Toro Rosso seinen ersten Grand Prix gewonnen. "Es ist ein spezieller Ort für mich", versicherte Vettel.

"Mittlerweile ist es aber eine andere Situation. Ich hoffe, dass ich mich weiterentwickelt habe. Wir haben andere Voraussetzungen." Jene, als jüngster Doppel-Weltmeister erneut in die Geschichte einzugehen.

Rechenspiele beginnen

Der Titel scheint dem 24-Jährigen praktisch nicht mehr zu nehmen. Rechnerisch könnte sich Vettel schon in zwei Wochen in Singapur die Krone aufsetzen, sollte er seinen Vorsprung in Monza auf 100 Punkte ausbauen.

Derzeit führt er 92 Zähler vor seinem Teamkollegen Mark Webber, der sich zwischen den Ferraris von Fernando Alonso und Felipe Massa auf Startplatz fünf klassierte.

Alonso ist mit 102 Punkten Rückstand WM-Dritter, im Heimrennen aber nicht zu den Topfavoriten zu zählen. "Zumindest haben wir Chancen auf das Podest", erklärte der Vorjahressieger.

"Wir waren das ganze Wochenende nicht wirklich schnell." Rekordweltmeister Michael Schumacher landete hinter dem Russen Vitaly Petrov im Lotus-Renault auf Platz acht - unmittelbar vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg. Topspeed auf der Geraden, der schnellsten im GP-Zirkus, erzielte Sauber-Mann Sergio Perez mit 349 km/h.

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