WM-Titel "nur noch Formalität"

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Das eindrucksvolle Feuerwerk über dem Nachthimmel von Singapur galt vorerst nur für den Grand-Prix-Sieg. Auf seinen zweiten WM-Titel muss Sebastian Vettel noch zwei Wochen warten.

Im nächsten Rennen in Japan reicht ihm bereits ein Punkt, um seinen Titel aus eigener Kraft erfolgreich zu verteidigen.

"Es ist nur noch eine Formalität", erklärte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko am Sonntag nach dem 14. von 19 Saisonrennen.

Party-Vorbereitungen für Suzuka laufen

Zu unwahrscheinlich bis unmöglich ist es, dass Vettels einziger rechnerisch verbliebener WM-Rivale Jenson Button alle fünf ausständigen Rennen für sich entscheidet.

"Das Feld hinter Vettel ist so dicht, dass keiner alle Rennen gewinnen wird", meinte Marko. "Uns fehlt noch ein Punkt, wir sind noch nicht ganz da."

Vorsichtshalber habe das ganze Team die Rückflüge aus Japan aber auf Montag verschoben, um die allfällige WM-Party nicht zu verpassen.

Red Bull kontrolliert das Geschehen

Eines der Geheimnisse ist auch das Zusammenspiel der Erfolgsfaktoren - mit Adrian Newey der beste Designer, dazu solide Entscheidungen am Kommandostand und ein Vettel in Überform, der all die Anweisungen punktgenau umsetzt.

Das war auch im Finish des Singapur-GPs zu sehen. "Wir haben relativ früh Power rausgenommen. Aber als wir gesehen haben, dass Button Druck macht, haben wir geschaut, dass wir nicht wieder in so eine Situation kommen wie in Montreal und haben Engine-Power und KERS wieder raufgeschraubt", erklärte Marko.

"Vielleicht zu sicher"

Der Red-Bull-Motorsport-Chef gibt aber zu: "Vielleicht waren wir uns ein bisschen zu sicher." Allerdings ist er sich sicher: "Wir hatten es im Griff und zur Not hätte Sebastian noch schneller fahren können."

"Man kann sich immer auf ihn verlassen", lobte Marko. "Es ist aber nicht nur Sebastian. Es ist eine unglaubliche Harmonie im Team." Die ist auch bei den zur Gewohnheit gewordenen Siegerehrungen zu sehen.

"Wir wollen alle Rennen gewinnen"

Laut Marko sollen es noch einige Trophäen werden, die in dieser Saison in die Vitrine des österreichisch-englischen Teams am Hauptsitz in Milton Keynes wandern.

"Wir wollen alle noch ausstehenden Rennen gewinnen", versicherte Marko unabhängig von der WM, die praktisch eingefahren ist. Ein Vergleich mit den Emotionen bei Vettels Titelgewinn im Vorjahr beim dramatischen Saisonfinale in Abu Dhabi sei allerdings schwierig.

Antwort an die Kritiker

"Beim ersten Titel waren wir irrsinnig überwältigt", erinnerte Marko. "Jetzt sind wir gefasster, aber es ist auch eine Bestätigung."

Immerhin hätten sich in der Vergangenheit auch Piloten gering schätzend über Red Bull geäußert - allen voran Lewis Hamilton, der den Rennstall als "Brause-Hersteller" abqualifizierte.

"Schön langsam sollten alle verstehen, dass es uns ernst ist, was wir hier machen", betonte Marko. Hamilton war erst einmal Weltmeister.

"Noch nicht getan"

Vettel darf sich demnächst Doppel-Weltmeister nennen, jüngster der Geschichte noch dazu.

"Du bist nur noch einen Punkt vom Titel entfernt", rechnete Teamchef Christian Horner seinem Schützling schon bei der Zieldurchfahrt über Funk vor.

"Es ist ein guter Tag für Red Bull", sagte der Engländer danach. "Wir sind dem Ziel einen Schritt nähergekommen, aber es ist noch nicht getan. Wir müssen es noch zu Ende bringen, das haben wir vor."

Zuversichtlich nach Japan

Die Chancen sind sehr groß, dass die Entscheidung bereits in Suzuka fällt. "Japan ist eine gute Strecke für uns", erklärte Horner. "Wir waren dort immer gut."

In den vergangenen beiden Jahren hat Vettel jeweils aus Pole Position gewonnen. Es spricht nichts mehr gegen den zweiten WM-Titel. "Das Auto ist einfach fantastisch", gestand Vettel.

"Wir haben derzeit sehr viele schöne Sonntagabende." Jener in Japan dürfte besonders schön werden.

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