Barcelona-Sensationsmann muss "lernen"

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Pastor Maldonado bleibt mit beiden Beinen am Boden.

Obwohl der Venezolaner ein Spezialist für Stadtkurse ist, hielt sich der Williams-Pilot vor dem Monaco-Grand-Prix am kommenden Sonntag zurück.

Nicht in der Favoritenrolle

Von einer Favoritenrolle, in der ihn manche sehen, will der Barcelona-Sieger nichts wissen.

"Ich werde wieder mein Bestes geben. Aber derzeit entscheiden Kleinigkeiten und speziell Monaco ist eine schwierige Strecke auf der du nie weißt, was passiert", sagte der 26-Jährige am Mittwoch bei der FIA-Pressekonferenz.

Red-Bull-Motorsport-Direktor Dr. Helmut Marko hatte nach Barcelona befürchtet: "In Monaco wird Maldonado Kreise um uns fahren."

Harte Arbeit nach dem Sieg

Maldonados Sieg hatte das Williams-Team, bei dem der österreichische Investor Toto Wolff und Fahrer-Mentor Alexander Wurz mittlerweile tragende Rollen spielen, nach acht Jahren zurück auf den Erfolgsweg gebracht.

Zwei Wochen später will man beim Kurvenroulette an der Cote d'Azur nicht gleich wieder stark zurückfallen. Allerdings war man zuletzt auch stark damit beschäftigt, die Schäden nach dem spanischen Boxenfeuer zu reparieren.

Auch Maldonado war mehrere Tage in der Fabrik in Grove und half mit, die frische Euphorie zu nutzen. "Ich hatte in Barcelona wirklich Angst und danke allen Teams die uns geholfen haben, das Feuer zu löschen", sagte der neue Nationalheld.

"Wir haben hart gearbeitet, um in eineinhalb Wochen wieder alles auf der Reihe zu haben. Bei uns sind derzeit alle ganz besonders motiviert."

"Monaco ist meine Lieblingsstrecke"

Geändert habe der Sieg in Wahrheit nichts. "Natürlich schmeckt der erste Erfolg besonders süß", gab Maldonado zwar zu, appellierte aber an sich und das Team:

"Wir müssen ganz normal weiterarbeiten, uns verbessern, auch ich muss lernen. Denn mit einem Sieg steigt auch die Erwartung. Monaco ist meine Lieblingsstrecke, ich möchte das Maximum herausholen."

Schumi fokussiert auf aktuelle Saison

Maldonado saß bei der Pressekonferenz direkt hinter dem fünffachen Monaco-Gewinner Michael Schumacher. Den Altmeister sprach man direkt darauf an, ob er wie Motorrad-Weltmeister Casey Stoner Rücktrittsgedanken hege.

"Wir sind darauf fokussiert, was in dieser Saison passiert, und nicht, was im nächsten Jahr ist", gab sich der Mercedes-Fahrer aber kurz angebunden.

Besuch beim DFB-Team

Eine tiefer gehende Diskussion in diese Richtung interessiere ihn nicht, sagte der 43-Jährige, dessen Vertrag in diesem Jahr ausläuft.

Einen Tag vor dem ersten Training besuchte er dafür gemeinsam mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg die im nahen Tourettes für die EM trainierende DFB-Nationalmannschaft. Am Sonntag sind Podolski und Co. dafür Gäste bei der Formel 1.

 Hamilton vor "Heimrennen"

Mit dabei beim Sechsergespräch war auch Lewis Hamilton. Der von der Schweiz nach Monaco übersiedelte Engländer liegt in der WM nur acht Punkte hinter Sebastian Vettel und Fernando Alonso zurück, obwohl er noch sieglos ist. Das soll sich in seiner neuen Wahlheimat ändern.

"Ich liebe es hier. Aufwachen, rausgehen und gleich am Arbeitsplatz zu sein, ist toll", erklärte der McLaren-Ex-Weltmeister." Hamilton ist überfällig für den Sieg. Er wäre der sechste neue Sieger im sechsten Saisonrennen.

Ratloser Vettel

WM-Leader Vettel hielt am späten Nachmittag auf der schwimmenden Red-Bull-Energy-Station erstmals Hof und gab dabei zu, nach Platz sechs in Barcelona noch immer ratlos zu sein.

"Wir haben zwei Wochen versucht zu verstehen, was passiert ist. Wir haben nun zwar einige Ideen, aber noch immer keine wirklich Antwort", gestand der jüngste Doppelweltmeister aller Zeiten.

Verrückte Saison

Vettel wäre liebend gerne der erste Zweifach-Sieger dieser bisher wegen der Reifen so verrückten Saison.

Seine Hoffnung: "In Monaco ist es mit den Reifen sicher leichter als in Barcelona. Aber auch diesmal wird man am Ende der Saison nicht sagen können, der Sieger hat einfach nur Glück gehabt."

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