Heiße Girls und üble Crashes

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Renn-Roulette und falsche Prognosen

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Die Formel 1 kehrt Monte Carlo wieder den Rücken.

Eine halbe Woche voller PR-Termine, Leitplanken-Roulette und Glamour geht für die besten Piloten der Welt zu Ende.

So schick es auch rund um die Strecke wieder herging: Das Rennen selber wurde leider zu einer Prozession, auch wenn am Ende die Top-6 gerade einmal durch sechs Sekunden getrennt waren.

Unweit des Medien-Centers gab es Bombenalarm. Aber auch auf der Strecke krachte es.

Der Flashback zum Rennwochenende in Monaco:

MAN OF THE RACE: Mark Webber

Pole Position geerbt, im Rennen schadlos, gegen Ende auf leicht glitschig werdender Strecke die Nerven bewahrt. Mark Webber krönte sich völlig verdient zum 13. Mehrfach-Sieger in Monte Carlo. Bei der Siegesfeier am Pool glänzte der Australier zudem mit einem lupenreinen Rückwärts-Salto.

Stolz kann auch Red Bull Racing sein: Das Austro-Team siegte zum dritten Mal in Folge im Fürstentum. Das gelang in der langen Monaco-Geschichte erst BRM, Lotus und McLaren.

LOSER OF THE RACE: Pastor Maldonado

Vor zwei Wochen in Barcelona noch der große Held, diesmal völlig von der Rolle. Im 3. Training schnitt er vor der Tunneleinfahrt Sergio Perez, berührte mit seinem Williams dessen Sauber sogar. In der Startaufstellung musste er damit zehn Plätze zurück und startete nach einem Getriebewechsel gleich von ganz hinten.

Weit kam er im Rennen nicht. In der Startkollision bekam der Venezolaner sein Fett weg und brach sich den Frontflügel ab. Für den zweimaligen Monaco-Sieger der GP2 war das Fürstentum diesmal keine Reise wert.

Schweiger der Woche: Roman Abramovich

Da wollte wohl einer auf Dietrich Mateschitz machen! Roman Abramovich, Mäzen von Champions-League-Sieger Chelsea, stolzierte in Monte Carlo in der Startaufstellung herum. Sky-Reporterin Tanja Bauer wollte den russischen Milliardär zum Live-Interview bitten, doch der Oligarch wandte sich ab und wollte um keinen Preis ins TV. Ob er sich in der Formel 1 zu wenig auskennt und sich nicht blamieren wollte? Wobei: Schlechter als die Expertisen von Niki Lauda hätten Abramovichs Wortmeldungen auch nicht sein können.

Streit der Woche: Red Bulls Loch

Ein aerodynamischer Kniff von Adrian Newey sorgt wieder einmal für Unmut bei der Konkurrenz. Ein Loch im Unterboden des Red Bull soll zu groß sein. Die FIA-Stewards konnten keinen Regelverstoß feststellen. Das heißt aber noch lange nicht, dass das auch für die nächsten Rennen gilt. Auch am Grünen Tisch bleibt die Formel 1 spannend.

Explosion der Woche: Ein Päckchen

Am Donnerstagabend musst das Sprengkommando ausrücken. Beim Eingang des Medienzentrums wurde gegen 22 Uhr ein verdächtiger Kanister mit Kabeln aufgefunden. Rund eine Stunde später wurde dieser kontrolliert zur Detonation gebracht. Woher das Behältnis stammt, konnte bislang noch nicht ermittelt werden. Schon im Vorjahr gab es in Monte Carlo Bombenalarm. Eine verdächtige Tasche stellte sich damals allerdings als nicht gefährlich heraus.

Hobby der Woche: Im Kaffeesud lesen

Munteres Drauflosraten herrschte wieder einmal an den Kommandoständen. Die Angst vor Regen ging um. Sätze wie "We're expecting rain in 15 laps" waren mehrmals über den Boxenfunk zu hören. Strategien wurden angepasst, doch der große Schauer ging erst nach Rennende nieder. In den letzten zehn Runden war nur leichter Regen zu sehen, die Fahrer blieben auf Slicks draußen. Die meteorologischen Vorhersagen der Teams waren damit wieder einmal grottenschlecht.

Rekord der Woche: Der sechste Sieger

Mark Webber brachte den Rekord ins Trockene, den Jenson Button, Fernando Alonso, Nico Rosberg, Sebastian Vettel und Pastor Maldonado ins Rollen gebracht hatten. Sechs Sieger in der ersten sechs Rennen gab es noch nie. Da stellt sich die Frage: Wer darf heuer noch? Der Rekord für verschiedene Saisonsieger steht bei elf.

Zahlen zum Wochenende:

6,185 - Sekunden, die Platz eins von Platz sechs trennten.

31 - Anzahl an Boxenstopps in Monte Carlo. So selten wurde heuer noch nie gestoppt.

39 - Monaco-Sieger von Pole Position. Nirgendwo anders wird zu so einem hohen Prozentsatz von Startplatz eins gewonnen.

53 - So lange hielt Jean-Eric Vergnes härterer Reifensatz - länger als bei jedem anderen. Damit wird auch klar, warum der Franzose wenige Runden vor Schluss in den Punkterängen liegend noch einmal zum Stopp musste und aus den Top-10 fiel.

942 - Absolvierte Rennkilometer von "Kurzarbeiter" Romain Grosjean. Das ist der schlechteste Wert aller Piloten. Auch in Monte Carlo kam er nur eine Kurve weit.

3.600 - Anzahl der Pneus, die für das Rennen in den Reifenstapeln verbaut wurden.

Michael Höller

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