Flashback: Mitleid mit Massa - Karthikeyan, die Gurke

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"It's raining men, hallelujah" - Wir halten es mit den Weather Girls und finden Regenrennen einfach super.

Bester Beweis war der Grand Prix von Malaysia, der mit jeder Menge Action aufzuwarten wusste.

Besonders schön zu sehen war, dass bei schwierigen Bedingungen auch Teams wie Ferrari und Sauber um den Sieg mitmischen können.

Doch nicht nur auf der Rennstrecke war jede Menge los, es brannte auch abseits des Circuits - im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Flashback zum Rennwochenende in Sepang:

MAN OF THE RACE: Sergio Perez

Was für eine Meisterleistung des 22-jährigen Mexikaners! Perez ließ sich vom Trubel um ihn herum nicht beeindrucken, profitierte zudem von einer klugen Strategie und bewegte seinen Sauber stets am Limit. Teilweise war er der schnellste Mann auf dem Sepang International Circuit

Selbst der Sieg war im Bereich des Möglichen, doch just in dem Moment, als Perez zu Alonso aufschloss, zeigte "Checo" erstmals Nerven und verließ kurzzeitig die Strecke. Sein zweiter Platz ist dennoch aller Ehren wert und soll die Ferrari-Bosse mehr als beeindruckt haben.

LOSER OF THE RACE: Felipe Massa

So bitter es klingt, doch beim Gedanken an den Brasilianer ist das Wort Mitleid ein ständiger Begleiter. Massa, dem 2008 zwei Kurven zum WM-Titel fehlten, ist bestenfalls noch ein Durchschnitts-Pilot. Alonso fährt ihm regelmäßig um die Ohren, der Sieg des Spaniers muss sich für den 30-Jährige wie eine kräftige Watschn angefühlt haben.

35 Punkte hat Ferrari in der Konstrukteurs-WM gesammelt - für keinen einzigen zeichnet Massa verantwortlich. Sofern kein kleines Wunder geschieht, befindet sich der elffache Grand-Prix-Sieger auf seiner Abschieds-Tournee für Ferrari. Luca di Montezemolo und Co. haben - wie oben erwähnt - Alternativen auf ihrer Liste.

Gurke der Woche: Narain Karthikeyan

"Wie im echten Leben auch gibt es (in der Formel 1) ein paar Gurken, die rumfahren", schimpfte Sebastian Vettel nach seinem verpatzten Rennen (Rang elf) ins Mikro von "RTL". Gemeint war natürlich Narain Karthikeyan, der Vettels linken Hinterreifen beim Überrundungs-Vorgang aufschlitzte. "Manche sind mit der Situation wohl ein bisschen überfordert und sehen nicht ganz, wo ihr Auto ist", legte der Weltmeister nach. Ganz unschuldig an dem Zwischenfall war der Red-Bull-Pilot allerdings auch nicht ...

Die Versager der Woche: McLaren-Crew

Der bis dahin in Führung liegende Hamilton musste aufgrund eines miserablen zweiten Pit Stops seine Spitzenposition abgeben und verlor dabei nicht nur einige Plätze, sondern auch wertvolle (und entscheidende?) Sekunden. Als wäre dies nicht schlimm genug, patzte die Crew auch beim dritten Halt in der Boxengasse. Wir erinnern uns: Schon in Melbourne kostete ihn ein schlecht getimter Boxenstopp eine bessere Platzierung.

Der Zündstoff der Woche: Das Lotus-Motorhome

Es war 3:30 Uhr Ortszeit in Sepang, als Samstagnacht plötzlich Rauch im Fahrerlager aufstieg. Eine Sicherung im Kühlschrank des Lotus-Motorhomes war durchgebrannt, wodurch Feuer ausbrach. Emsige Security-Leute und Red-Bull-Mitarbeiter, deren Arbeitstag noch nicht beendet war, bemerkten dies und löschten den Brand. Zum Glück für Kimi Räikkönen hatte Lotus einen Ersatz-Kühlschrank parat. (siehe Zitat)

Die Naturgewalt der Woche: Der malaysische Wettergott

Es schüttete aus Kübeln, es blitzte und es donnerte - der Wettergott aus Malaysia war wieder einmal im Dauereinsatz. Erinnerungen an das Abbruch-Rennen von 2009 wurden wach. Im Fahrerlager schlug der Blitz ein, abgesehen von kleineren technischen Problemen, mit der u.a. die Rennleitung zu kämpfen hatte, blieb das große Technik-Chaos glücklicherweise aus.

Zahlen zum Wochenende:

1 - Pünktchen hat Mercedes in der Konstrukteurs-WM auf der Habenseite. Damit liegt man in der Konstrukteurs-Wertung auf Rang neun und lässt immerhin Marussia, Caterham und HRT knapp hinter sich.

4 - Rennrunden hat Romain Grosjean heuer erst abgespult. Tiefstwert unter allen Piloten.

28 - GP-Siege hat Fernando Alonso nun am Konto stehen. Damit ließ er Jackie Stewart hinter sich und ist alleinige Nummer fünf der ewigen Bestenliste.

41 - Jahre ist es her (Pedro Rodriguez beim Niederlande-GP 1971), dass letztmals ein Mexikaner a) ein Rennen anführte und b) am Stockerl stand.

57 - Sergio Perez hat nach zwei GPs in dieser Saison schon um 57 Prozent mehr Punkte als in der gesamten letzten Saison.

312,7 - km/h war die Höchstgeschwindigkeit von Michael Schumacher im Qualifying. Der zweitschnellste Pilot, Lewis Hamilton, kam "nur" auf 309,1 km/h.

 

Christoph Nister

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