Bruno Senna: "Ich will meine Chance nutzen"

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2012 wird 18 Jahre nach dem tödlichen Unfall in Imola wieder der Name "Senna" von einem Williams-Boliden blitzen.

Ayrton-Neffe Bruno unterschreibt beim britischen Traditions-Rennstall und bildet gemeinsam mit dem Venezolaner Pastor Maldonado das südamerikanische Fahrer-Gespann der neuen Saison.

Das große Antritts-Interview:

Frage: Du wurdest offiziell als Williams-Fahrer bestätigt. Was denkst du über die kommende Saison?

Bruno Senna: Ich bin froh ein Teil des Teams zu sein, denn Williams hat eine fantastische Vergangenheit. Dass Williams mich als Fahrer ausgewählt hat, erfüllt mich mit Stolz, speziell weil es ein wichtiges Jahr für das Team ist. Jeder ist für 2012 extrem motiviert und ich freue mich dazu etwas beisteuern zu können. Fakt ist, dass das Team im Vorjahr keine gute Saison hatte, aber das Team befindet sich auf einem neuen Weg und jeder will sicherstellen, dass es dieses Jahr besser läuft. Ich hoffe sehr, dass ich zeigen kann, was ich drauf habe - nicht nur für das Team, sondern auch für mich. Es wird interessant, was wir zusammen erreichen können.

Frage: Was sind deine Ziele für die kommende Saison?

Senna: Es ist schwierig vor dem Saisonstart Ziele zu definieren. Ich werde hundert Prozent geben und versuchen das Maximum herauszuholen.

Frage: Du kennst den Renault-Motor aus dem Vorjahr. Was denkst du über den Motor und was kann Williams mit ihm erreichen?

Senna: In den paar Rennen mit dem Renault-Motor 2011 habe ich viel gelernt. Es ist ein sehr gutes Aggregat mit einer guten Fahrbarkeit - ein weiterer positiver Schritt für Williams. Als Fahrer brauchst du jede mögliche Waffe und diese muss auch optimal funktionieren, um konkurrenzfähige Zeiten über das Rennen hinweg zu fahren. Ich bin überzeugt, dass wir das Auto zusammen mit dem Renault-Motor weiterentwickeln können. Ich hoffe, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen dem Team ein gutes Feedback geben kann.

Frage: Was denkst du über deinen neuen Teamkollege Pastor Maldonado?

Senna: Pastor ist ein großartiger Fahrer. Ich bin bereits in der GP2 gegen ihn gefahren und wir sind immer miteinander klargekommen. Er war in der Vergangenheit ein harter Gegner und jetzt, wo wir im gleichen Auto sitzen, wird er ein noch härterer sein. Wir werden sicherlich versuchen einander zu besiegen, aber gleichzeitig sind wir auch Teamkollegen, die zusammenarbeiten müssen, um das Team nach vorne zu bringen.

Frage: Kannst du verraten, was du bisher in der Fabrik gemacht hast?

Senna: Ich war vor und nach den Weihnachtstagen in der Williams-Fabrik in Grove. Ich saß im Simulator, fuhr auf der Strecke und habe trainiert. Wir haben auch einige Evaluationsarbeiten an der Strecke verrichtet, allerdings nicht in einem F1-Auto. Der Hauptgrund war, dass das Team mich bewerten konnte und verstand wie man aus mir als Fahrer das Beste herausholt. Aber es war auch für mich sehr nützlich, um mich mit dem Prozedere vertraut zu machen - speziell mit dem Lenkrad. Somit brauche ich darüber nicht mehr nachzudenken, wenn die Testfahrten losgehen. Ich kann einfach in den FW34 steigen und losfahren.

Frage: Hattest du schon die Gelegenheit mit den Ingenieuren zu arbeiten?

Senna: Ich denke, wir hatten einen guten Start und ich freue mich schon mit ihnen über die Saison hinweg eng zusammenzuarbeiten. Die Beziehung zwischen dem Fahrer und seinen Ingenieuren können nur wenige verstehen. Man muss sich respektieren, verstehen und wissen wie man zusammenarbeitet, um von Beginn an stark zu sein. Die Beziehung und die Kontinuität können bei der Performance einen großen Unterschied machen.

Frage: Du hast einmal gesagt, dass wenn du die Wahl hättest, du am liebsten einen Williams von 1993 fahren würdest. Wie wichtig ist es für dich Teil eines Teams mit einer derartigen Geschichte zu sein?

Senna: Das Team hat eine unglaubliche Geschichte. Als ich durch das Museum ging, war ich einfach hin und weg. Ich habe viele dieser Autos auf der Strecke gesehen und mich immer gefragt, was es wohl für ein Gefühl sei so ein Auto zu fahren.

Frage: Die Unterstützung aus Brasilien ist enorm, kannst du etwas darüber erzählen?

Senna: Ich bin sehr stolz ein Brasilianer zu sein. Ich weiß, dass ich enorm unterstützt werde und zwar von Leuten, die von Beginn an dabei sind. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Die Leute haben mich ausgewählt ihren Namen zu vertreten und das motiviert mich nur noch mehr. Ich will ihnen schöne Erinnerungen geben.

Frage: Auch dein Onkel Ayrton fuhr für Williams. Wie wichtig war das für dich bei der Team-Wahl?

Senna: Es ist interessant für ein Team zu fahren, bei dem schon mein Onkel fuhr. Nur noch wenige, die mit meinem Onkel gearbeitet haben, sind noch im Team. Ich bin froh, dass ich die Chance erhalte mich zu beweisen. Hoffentlich können wir einige gute Erinnerungen teilen und ebenso gute neue gemeinsam erleben.

Frage: Spulen wir mal die Zeit ein Jahr nach vorne. Mit welchen Ergebnissen wärst du zufrieden?

Senna: Ich wäre zufrieden, wenn wir Ende 2012 sagen könnten, dass wir hundert Prozent aus dem Williams-Renault FW34 herausgeholt haben - was immer das auch bedeutet. Das ist für mich das Wichtigste. Ich will das Maximum aus dem Auto herausholen und meine Chancen nützen. Es ist ein wichtiges Jahr - für das Team und für mich. Das Jahr wird über meine weitere Zukunft entscheiden. Ich hoffe, dass ich bei Williams den Grundstein für eine lange und erfolgreiche Zukunft lege.

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