"Werde rund um Spa über Zukunft entscheiden"

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Mark Webber hat heuer noch kein Rennen gewonnen. Und das, obwohl er im schnellsten Auto der Welt sitzt.

Dennoch liegt der Australier dank seiner Konstanz auf dem zweiten Platz in der WM. Und wegen seiner unklaren Vertragssituation für 2012 blickt sowieso die ganze F1-Welt (und viele seiner Kollegen, die scharf auf sein Cockpit sind) auf ihn.

Im Rahmen der ServusTV-Show "Sport & Talk" verschlug es Webber wieder einmal nach Österreich. LAOLA1 durfte den Australier Backstage zum Interview bitten.

Mark Webber über die kurze F1-Auszeit und warum Red Bull "Schadensbegrenzung" betreiben muss:

LAOLA1: Mark, die Formel 1 macht Sommerpause - wieviel Urlaub ist für die Fahrer in dieser rennfreien Zeit drin?

Webber: Wir haben diese Woche noch ein bisschen Arbeit und jede Menge Termine vor uns. Dann arbeiten wir erst wieder in der Woche vor Spa. Dazwischen haben wir zwei Wochen frei.

LAOLA1: Wie wirst du diese beiden Wochen verbringen?

Webber: Ich werde ein bisschen am Strand relaxen. Ich fühle mich im Moment zwar nicht so, als müsste ich meine Batterien neu aufladen. Aber wenn du jetzt nicht abschaltest, bekommst du bis zum Ende der langen Saison keine Chance mehr dazu. Das holt dich dann ein. Deswegen ist es wichtig, jetzt einmal die Beine ein bisschen hochzulegen und das Leben abseits der Rennwochenenden zu genießen.

Webber: Ich werde rund um Spa über meine Zukunft entscheiden.

LAOLA1: Liegt diese Entscheidung alleine bei dir?

Webber: Ja.

LAOLA1: Und wovon wird deine Entscheidung abhängen?

Webber: Rein von meiner eigenen Motivation für den Rennsport.

LAOLA1: In der WM bist du erster Jäger von Sebastian Vettel. Ist dein Teamkollege am Weg zur Titelverteidigung heuer noch zu stoppen?

Webber: Sebastian hatte einen unglaublichen Start in die Saison. Jetzt normalisiert sich alles wieder ein bisschen. Aber durch diesen starken Beginn hat er so eine massive Führung, dass er den WM-Titel rein durch ein bisschen Konstanz klar machen kann. Natürlich hat er eine Riesenchance die WM zu verteidigen, aber es ist nie vorbei, ehe es nicht vorbei ist. Zwei Ausfälle und die Welt sieht schon wieder anders aus.

LAOLA1: Wie zufrieden bist du mit deiner eigenen bisherigen Saison?

Webber: Mit dem Saisonstart bin ich nicht so glücklich. Ich hatte einige durchwachsene Resultate: Rückfälle von der Pole Position, Probleme mit der Zuverlässigkeit des Autos oder schlechte Boxenstopps wie in Monaco. Aber ich habe mich zumindest in jedem Rennen in die Top-5 zurück gekämpft – und oft auch aufs Podium. Obwohl man es an den Resultaten gar nicht so sieht, fühle ich mich in den letzten paar Rennen viel besser in Form. Ich bin zumindest so weit, wieder um Siege mitzukämpfen. Am Nürburgring lag ich schon einige Runden in Führung und auch in Valencia und Silverstone war ich nicht weit vom Sieg entfernt. Es gab in den letzten Rennen viel Positives, obwohl ich nicht gewonnen habe.

LAOLA1: Wird man Mark Webber heuer noch siegen sehen?

Webber: Meistens kommt der Sieg, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Ich mache mir da keinen Kopf – ich liege in der WM etwa vor Jenson, obwohl der zwei Siege mehr auf dem Konto hat.

LAOLA1: Was hältst du von Daniel Ricciardo, dem nächsten Australier in Red Bulls F1-Familie?

Webber: Er schlägt sich bislang gut. Er kommt aus dem internen Nachwuchsprogramm und weiß, dass er sich jetzt richtig reinhängen und sich in dem kleinen HRT-Team die Basics aneignen muss. Je weiter du raufkommst, desto härter musst du arbeiten. Aber ich glaube er hat eine große Zukunft vor sich.

Das Interview führte Michael Höller

LAOLA1: In den letzten beiden Rennen haben die anderen Teams etwas aufgeholt. Was muss Red Bull Racing tun, um die Spitzenposition nicht zu verlieren?

Webber: Wir können reagieren. Ferrari und McLaren haben bislang einen guten Job gemacht, uns unter Druck zu setzen. Aber so ist das in der Formel 1, so geht es an der Spitze des Motorsports nun einmal zu. Aber wir wissen, dass wir noch ordentlich Gas geben müssen, denn die nächsten vier bis fünf Rennen sind für beide WM-Titel entscheidend.

LAOLA1: Was erwartest du von den nächsten beiden Rennen. Spa und Monza waren in den letzten beiden Jahren ja nicht gerade Red-Bull-Strecken?

Webber: Das stimmt, diese beiden Strecken sind nicht gerade die leichtesten für uns. Aber wir müssen einfach so weitermachen wie bisher. In den Rennen, wo wir nicht gewinnen konnten, haben wir zumindest das Bestmögliche herausgeholt. Daher gab es heuer sehr wenige Rennen, wo die anderen Teams mehr Punkte geholt haben als wir. In Budapest war aber McLaren um neun Punkte besser als wir. In den nächsten beiden Rennen müssen wir Schadensbegrenzung betreiben um dann wieder auf den Strecken, die uns liegen, anzugreifen.

LAOLA1: Die ganze F1-Welt interessiert sich für deine Vertragssituation und ob du weiterfährst. Wann kann man mit einer Entscheidung rechnen?

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