Vettel will Gänsehaut-Feeling erleben

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Eine Gänsehaut will Sebastian Vettel auch diesmal bekommen.

Drei Jahre nach seinem historischen Premierensieg in der Formel 1 kann der WM-Spitzenreiter in Monza bereits den vorletzten Schritt zum erneuten Titeltriumph machen.

Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Ferrari-Land Italien will der 24-jährige Deutsche im Red Bull der Konkurrenz wie bei seinem Siegdebüt im B-Team Toro Rosso davonrasen.

"In Monza hatte ich Gänsehaut"

"Unglaublich, was so ein Erfolg auf so einer Strecke auslösen kann", erinnerte sich Vettel an seinen famosen Regenauftritt 2008, als er sich zum jüngsten Grand-Grix-Gewinner der Geschichte gekürt hatte: "In Monza hatte ich Gänsehaut, als ich vor den Fans auf dem Podium stand."

Sein Premierensieg zuletzt in Spa-Francorchamps hat Vettels Zuversicht auch gestärkt, am Sonntag (Start:14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) erstmals mit Red Bull beim Europa-Finale im Königlichen Park so ein Glücksgefühl zu erleben.

"In den letzen zwei Jahren hatten wir es etwas schwerer wegen der langen Geraden, und uns fehlte da einfach der Top-Speed", erklärte der Weltmeister.

"Nichtsdestotrotz sind wir in diesem Jahr optimistisch und ein Podium wäre ein echter Erfolg."

Bilanz soll aufpoliert werden

Vettel verpasste nach seinem Red-Bull-Aufstieg von der Scuderia Toro Rosso, für die der Sieg des Hessen damals in Monza ebenfalls der erste in der Formel 1 war, ins A-Team als Achter (2009) und Vierter (2010) im Autodromo Nazionale jeweils das Siegespodest.

2006 und 2007 war Red Bull in Monza ohne Punkt geblieben. Mark Webber wurde 2008 Achter und im Vorjahr Sechster.

Jetzt spricht einiges dafür, dass Vettel und sein australischer Teamkollege die bescheidene Bilanz dank einer Verbesserung des RB7 speziell für Hochgeschwindigkeitsstrecken aufpolieren können.

"Müssen keine Angst mehr vor Monza haben"

Technik-Guru Adrian Newey hat "besonders hart an einem Aerodynamikpaket für wenig und mittleren Abtrieb gearbeitet", sagte Teamchef Christian Horner der online-Ausgabe von "auto motor und sport".

Dies zahlte sich bereits in Belgien aus, wie der souveräne Doppelerfolg zeigte.

"Jetzt müssen wir auch keine Angst vor Monza mehr haben. Ich sehe auch dort Chancen für uns", meinte Vettel.

Mission Titelverteidigung nicht in Gefahr

Sorgen muss sich der souveräne Spitzenreiter eh längst keine mehr machen.

Dank seines Riesenvorsprungs von 92 Punkten auf Webber (167) könnte sich Vettel (259) im Grand Prix von Italien sogar den ersten "Saison-Nuller" leisten, ohne die Mission erfolgreiche Titelverteidigung zu gefährden.

Der Gesamtdritte Fernando Alonso (157) sowie das McLaren-Duo Jenson Button (149) und Lewis Hamilton (146) haben angesichts von über 100 Punkten Rückstand im WM-Rennen praktisch resigniert.

"Nur eine extreme Pechsträhne kann Vettel noch den Titel kosten", weiß der zweifache Ex-Weltmeister Alonso.

"Man darf sich nicht ausruhen"

Vettel will davon aber nichts wissen. "Nein, solange ich den Titel nicht in der Tasche habe, erleichtert es nichts. Man weiß nie, was noch passiert", gab der Champion zu Protokoll.

"Es ist zwar schön, einen Vorsprung zu haben, und vielleicht fühlt man sich dann auch etwas sicherer, aber trotzdem darf man sich dann nicht ausruhen, sondern muss bis zum Ende hart kämpfen."

Im Idealfall könnte das "Ende" im WM-Kampf aber schon zwei Wochen nach Monza kommen: Wenn Vettel es schafft, in Italien und dem darauffolgenden Rennen in Singapur seinen Vorsprung auf 125 Zähler auszubauen, kann ihn keiner der Verfolger in den dann noch fünf ausstehenden Grand Prix überholen.

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