Auch in Singapur war die Mehrheit der Fans im Alonso-Lager. "Ferrari hat eine lange Tradition", begründete Vettel. Das störe ihn aber nicht weiter. "Sie sind ziemlich emotional, wenn sie nicht gewinnen. Solange sie buhen, machen wir also einen guten Job."

Bild: Warum ist Vettel so unbeliebt?

Dass die Schmähungen spurlos an seinem Starpiloten vorbeigehen, glaubt Horner nicht. "Er ist auch nur ein Mensch", erinnerte der Teamchef, der Vettel auf das Podium begleitet hatte.

"Das ist nicht sportlich. Der Bursche ist ein unglaubliches Rennen gefahren", betonte Horner. "Er wird fürs Siegen bestraft", urteilte die "Bild"-Zeitung am Montag, stellte aber auch die Frage: "Warum ist Vettel außerhalb von Deutschland so unbeliebt?"

Es dürfte an der Dominanz liegen, mit der der dreifache Weltmeister von Sieg zu Sieg eilt - und seinem unstillbaren, fast kannibalenhaften Erfolgshunger.

Alonso: Podestplatz wie ein Sieg

Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher hatte nicht die höchsten Beliebtheitswerte. Dafür nennt Vettels Kindheitsidol sieben WM-Titel sein Eigen. Selbst diese Marke scheint für den aktuellen Seriensieger längst nicht mehr utopisch.

An die WM-Krone denkt Vettel laut eigenen Angaben allerdings noch nicht. "Dafür macht es im Moment einfach zu viel Spaß, ich nehme Rennen für Rennen", sagte der Ausnahmekönner.

Die Konkurrenz versucht mit dem Mute der Verzweiflung dagegenzuhalten. "Wir haben in der WM nichts mehr zu verlieren. Wir haben gewusst, dass wir nicht den Speed haben, also mussten wir etwas probieren", erklärte Alonso seine offensive Fahrweise. "Es hat sich ausgezahlt. Dieser Podestplatz fühlt sich wie ein Sieg an."

Horner stört Webbers Strafe

Der Spanier hofft auf die nächste Saison, wenn ein völlig neues technisches Reglement die Karten neu mischen sollte.

Mit Kimi Räikkönen erhält er einen starken Teamkollegen. Allerdings muss er sich von seinem Freund Mark Webber verabschieden, der der Königsklasse den Rücken kehrt.

Vettels Red-Bull-Stallrivale lieferte mit seiner Anhalterfahrt auf dem Seitenkasten von Alonsos Ferrari nach Rennende das Bild des Wochenendes - und muss dafür nächste Woche in Südkorea in der Startaufstellung zehn Plätze zurück.

"Eine Geldstrafe hätte auch gereicht", meinte Horner.

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