Teamchef dementiert Übernahme-Gerüchte

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Immer mehr Großsponsoren der Scuderia Toro Rosso stehen mit Abu Dhabi  in Verbindung.

Spekulationen über einen Verkauf des Zweitteams von Red Bull in das Golf-Emirat wischte Teamchef Franz Tost vor dem Heimrennen des italienischen Formel-1-Rennstalls in Monza allerdings vom Tisch.

"Das ist absolut falsch. Toro Rosso ist in den Händen von Red Bull", betonte Tost.

Geht es nach dem Tiroler, dann soll das auch so bleiben. "Wir sind mit der Situation zufrieden, aus meiner Sicht gibt es daran nichts zu ändern", erklärte Tost.

Alle Wege führen nach Abu Dhabi

Red Bull soll bereits mehrmals einen Käufer für den in Faenza angesiedelten Rennstall gesucht haben, den man Ende 2005 von Minardi übernommen hatte. Ein diese Woche unterzeichneter Millionen-Deal mit dem spanischen Erdöl-Riesen Cepsa hat neue Übernahmegerüchte durch das Emirat genährt.

Mehrheitsaktionär von Cepsa ist der staatliche Fonds IPIC aus Abu Dhabi, der durch seine Tochter Aabar Investments auch Anteile am deutschen Autobauer Daimler hält.

Aabar und IPIC besitzen zudem zwei weitere Unternehmen, die in diesem Jahr als Sponsoren bei Toro Rosso eingestiegen sind: die Schweizer Privatbank Falcon und Nova Chemicals aus Kanada. IPIC-Chef ist Mansour bin Zayed al Nahyan, der Eigentümer von Fußball-Budgetkrösus Manchester City.

Toro Rosso bleibt bei Red Bull

Tost betonte, dass die Firmen selbst und nicht deren Eigentümer Vertragspartner seien. "Immer wenn Toro Rosso einen Sponsor bekanntgibt, wird das Team sofort verkauft", kritisierte der 55-Jährige. "Fakt ist: Red Bull ist Eigner des Teams, wir kennen unsere Aufgabe."

Die da lautet, junge Fahrer aus dem Nachwuchs der Bullen auszubilden - wie etwa Weltmeister Sebastian Vettel, der 2008 in Monza für Toro Rosso seinen ersten GP gewonnen hat.

Über die Fahrerpaarung für 2012 entscheiden daher in erster Linie Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und dessen Konsulent Helmut Marko. "Die Entscheidung wird in Zusammenarbeit mit Mateschitz und Marko getroffen", bestätigte Tost.

Cockpits heiß umkämpft

Ein genauer Zeitpunkt sei nicht abzusehen. "Normalerweise sollte es rund um die letzten Rennen sein", meinte der Teamchef. "Aber es ist nicht einfach."

Neben den aktuellen Piloten Sebastien Buemi (22) und Jaime Alguersuari (21) kommen auch der derzeit beim Nachzügler HRT geparkte Australier Daniel Ricciardo (22) und der Franzose Jean-Eric Vergne (21) infrage.

Letzterer ist derzeit in der World Series by Renault 3.5 im Einsatz und bekommt noch in dieser Saison als Freitag-Tester im freien Training seine Chance. "Wie er sich dabei schlägt, wird ein Mitkriterium sein", sagte Tost.

Buemi oder Alguersuari?

Auch von seinen aktuellen Piloten hält er viel. "Buemi und Alguersuari verbessern sich, sie sind aber noch nicht so konstant", erkannte Tost. Das sei auch eine Frage der Erfahrung, auf die Fahrer anderer Mittelständler zurückgreifen könnten.

"Das macht unsere Aufgabe schwierig. Aber es hat auch seinen Reiz, ihnen beizustehen und ihre Lernschritte zu beobachten", versicherte der Tiroler.

Ziel für die restliche Saison sei Platz acht in der Konstrukteurs-WM, der derzeit eingenommen wird - noch deutlich vor Williams. Auch nach oben ist noch Luft. Alguersuari hat zuletzt in Belgien mit Rang sechs im Qualifying aufgezeigt.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit sei 2011 deutlich höher als im Jahr davor. "Im Vorjahr war das kein Formel-1-Standard, heuer haben wir einen Riesenschritt nach vorne gemacht", meinte Tost. Und es sei noch Potenzial da. "Wir müssen weiter wachsen."

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