"Monaco war eine Farce"

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Marko kritisiert die Reifenteste

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Die geheimen Reifentests des späteren Siegerteams Mercedes waren DAS Thema nach dem Grand Prix von Monaco und ließen auch noch am Montag in der Servus-TV-Show „Sport und Talk aus dem Hangar 7“ die Wogen hochgehen.

„Der Mercedes hatte immer nach fünf bis zehn Runden keinen Grip mehr auf den Hinterrädern. Und in Monte Carlo fuhren sie mit einer Traktion auf den Kern. Wir konnten nur voll Neid zuschauen. Dieser Vorteil ist ganz eklatant“, stellte Helmut Marko fest.

Red-Bull-Racing sagte nein

Der Red-Bull-Motorsportchef hielt aber auch fest, dass die Kritik an dem Mercedes-Sieg nichts mit dem Fahrer Nico Rosberg zu tun hatte, sondern einzig auf die geheimen Machenschaften seines Rennstalls abzielte.

„Unser Protest geht gegen das Test-Verhalten, nicht gegen den Sieg von Nico Rosberg. Der ist ganz klar anerkannt, war eine tolle Leistung“, so Marko, dem ähnliche Testfahrten ebenfalls angeboten wurden.

„Das stimmt, wir sind auch gefragt worden, ob wir so etwas machen wollen. Wir haben uns die Regeln angeschaut und gesehen, dass dies für uns nicht in Frage kommt, weil es regelwidrig ist und wir als WM-Führender so etwas nicht riskieren wollen.“

Vorteil für mehrere Rennen

Besonders bitter für die Konkurrenz ist die Tatsache, dass diese Tests nicht nur auf den Monaco-Grand-Prix Auswirkungen hatten, sondern auch in Zukunft einen Vorteil für Mercedes bedeuten wird.

„Wenn es möglich ist, dass alle unter gleichen Bedingungen testen können, dann wollen wir auch so einen Test. Aber rein logistisch geht das erst nach Silverstone. Das heißt, wir verlieren noch zwei Rennen, bis wir auf diesem Wissensstand sind“, so Marko.

Nun fordert Red-Bull-Racing eine angemessene Bestrafung für die Konkurrenz.

„Ich hoffe und bin mir sicher, dass die Sportbehörde das sehr ernst nimmt. Es wird eine Verhandlung geben und da wird man sehen, ob und in welcher Form es Strafen gibt“.

Reifenschonend fahren

Die Reifenproblematik in der Formel 1 ist keine neue. Vor jedem Rennen wird spekuliert, getüftelt und gerätselt, welche Mischung denn nun die beste für den bevorstehenden Grand Prix sein könnte.

Die Fahrer selbst versuchen mehr denn je, die sensiblen Pneus zu schützen. So auch in Monte Carlo, zumindest wenn es nach Ansicht von Marko geht.

„Marussia-Pilot Max Chilton war Letzter und konnte dadurch freie Runden fahren. Er war eine Sekunde schneller als die Spitze. Das zeigt, dass vorne nur gerade beschleunigt wurde und dort, wo es nicht zum Überholen ging, reifenschonend um den Kurs gefahren wurde. Das war kein Rennen in dem Sinn, das war eine Farce. Und das kann's ja nicht sein."

Unterschiedliche Sichtweisen

Für Ex-Formel-1-Pilot Nick Heidfeld ist das Taktieren aufgrund der Reifen hingegen eine willkommene Abwechslung.

„Durch die Reifen war das Rennen in Monaco dieses Jahr spannender. Man hat viele Autos gesehen, die aufgrund der Tatsache, dass alle die Reifen schonen mussten, näher an den Vordermann ranfahren und überholen konnten“, sieht der Deutsche mehr Aktion für die Zuschauer.

Auch Christian Danner, ebenfalls ehemaliger Rennfahrer, steht der Entwicklung durchaus positiv gegenüber. „Durch diese weichen Mischungen der Reifen ist eine schöne Durchmischung passiert. Wir haben viele Überholmanöver und viel Durcheinander erlebt - das war schlichtweg spektakulär."

Egal, welcher Meinung die verschiedenen Parteien sind, das Thema Reifen wird die Formel 1 noch über die gesamte Saison begleiten. Daran werden auch mögliche Strafen für Mercedes nichts ändern.

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