"Will fixer Bestandteil der Formel 1 werden"

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Der Name Senna ist auf einem Stadtkurs Programm.

Sechsmal hat sein legendärer Onkel Ayrton in Monaco gewonnen, darunter von 1989 bis 1993 fünfmal in Serie.

Mittlerweile ist auch Bruno Senna in der Formel 1 angekommen. Zuletzt in Monza holte der 27-jährige Brasilianer seine ersten WM-Punkte, dabei bestritt er gerade einmal sein zweites Rennen für Lotus-Renault.

"Will beweisen, dass ich Aufmerksamkeit verdient habe"

Am Wochenende in Singapur will er erneut beweisen, dass er mehr drauf hat als nur einen großen Namen. "Die Fans interessieren sich für mich wegen Ayrton, das verstehe ich", erklärte Senna. "Aber ich will mir und der ganzen Welt beweisen, dass ich diese Aufmerksamkeit verdient habe."

Der Neffe des am 1. Mai 1994 tödlich verunglückten Dreifach-Weltmeisters hat nach der Sommerpause das Cockpit des Deutschen Nick Heidfeld übernommen.

Seither kleben vier neue Sponsoren auf dem Lotus-Renault. Ohne Millionen-Mitgift hätte ihm auch der Name nicht geholfen.

Großvater verhängte Rennverbot

Die Familiengeschichte hat seine Karriere einst sogar behindert, weil der Großvater nach Ayrtons tragischem Tod in Imola ein Verbot verhängt hat.

Erst zehn Jahre später erwirkte Bruno von seiner Mutter, Ayrtons Schwester Viviane, die Rennerlaubnis, begann daher erst mit 20 Jahren mit dem Motorsport.

"Es ist hauptsächlich die Erfahrung, die mir fehlt", gestand Senna. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent."

"Berger war der Schlüssel meiner Karriere"

Zu seinen großen Förderern zählt Gerhard Berger, der ihn als langjähriger Freund der Familie nach Europa gebracht hat.

"Er war der Schlüssel für meine Karriere", versicherte der junge Senna, der einige Anekdoten über seinen Onkel und dessen einstigen McLaren-Teamkollegen zu erzählen hat. Häkeleien standen auf der Tagesordnung.

Seinen 41. und letzten Grand Prix hat Ayrton am 7. November 1993 in Adelaide gewonnen. Fast 18 Jahre später fuhr in Monza wieder ein Senna in die WM-Punkte.

"Kann mir diese Chance nicht entgehen lassen"

Bruno, der nach seinem Onkel 1996 auch seinen Vater bei einem Motorradunfall verloren hat, holte als Neunter deren zwei. Es sollen noch deutlich mehr werden.

"Ich habe das zu Saisonbeginn nicht erwartet", versicherte Senna. "Aber jetzt kann ich mir diese Chance nicht entgehen lassen."

Zukunft ungewiss

Nach einem schwierigen Debütjahr beim Nachzüglerteam HRT hat Senna im Winter als dritter Fahrer bei Lotus-Renault angeheuert.

Die künftige Fahrerpaarung beim ehemaligen Renault-Werksteam steht und fällt mit der Gesundheit von Robert Kubica, der nach einem schweren Rallye-Unfall 2012 sein Comeback geben will.

Ursprünglich hat Heidfeld den verletzten Polen ersetzt, seit zwei Rennen sitzt Senna im zweiten Auto neben dem Russen Witali Petrow.

Asien-Rennen werden ein Test

"Am besten kann ich mich mit Ergebnissen empfehlen", versicherte Senna. "Es gibt noch einige Bereiche, in denen ich mich verbessern muss. Aber ich will ein fixer Bestandteil der Formel 1 werden."

Die kommenden Asien-Rennen werden ein Test, weil er die Strecken nicht so gut kenne wie jene in Europa. "Es ist ein bisschen eine Fahrt ins Ungewisse", meinte Senna.

Wie damals, als ihn sein Onkel Ayrton auf dem Schoß sitzend seine Sportwagen lenken ließ.

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