Das Genie schlägt wieder zu

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Adrian Newey - das Hirn hinter dem Erfolg Red Bulls

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Er ist der Hintermann des unglaublichen Erfolgslaufs von Red Bull Racing: Adrian Newey.

Dem 53-jährigen Briten verdankt der Austro-Rennstall von Dietrich Mateschitz wohl mehr als jeder anderen Person im Team.

Am Reißbrett und am Computer entwirft das Aerodynamik-Genie seit über 20 Jahren ein Sieger-Auto nach dem anderen.

Am Sonntag durfte er sich mit seinen RBR-Kollegen über den Gewinn der Konstrukteurs-Wertung freuen - für Newey bereits der neunte Titel dieser Art, der dritte in Folge mit Red Bull.

"Eine gewaltige Anerkennung"

"Diesen Traum zu erfüllen und drei Titel zu erreichen, ist unglaublich", freute sich das "Superhirn" nach dem Rennen in Austin.

"Den Hattrick zu schaffen ist eine gewaltige Anerkennung für das gesamte Team. Er zeigt, dass wir es geschafft haben, unsere Standards aufrecht zu erhalten und Konstanz zu bewahren", so Newey weiter.

*Jahre = Einsatzzeit der von Newey gebauten Autos


Tatsächlich gelang ein "Hattrick" zuvor erst drei Teams: Williams (1992-94; mit Designer Newey), McLaren (1988-91) und Ferrari (1975-77 und 1999-2004).

Hart erkämpfter Titel

"Es war ein unglaubliches Jahr", schwärmte der Brite am Sonntag. Für Red Bull war die Saison keine einfache. Zu Beginn hinkte man McLaren hinterher, hatte zu Saisonhälfte erst drei Siege auf dem Konto.

Zudem wurde eine wichtige Konstruktion (Stichwort "Loch im Unterboden") sowie der im Vorjahr siegbringende angeblasene Diffusor verboten. Doch Red Bull kämpfte sich zurück, schloss zuletzt vor allem im Qualifying wieder an alte Tugenden an.

"Einen dritten Titel zu erzielen zeigt, dass wir kein Strohfeuer sind - es ist uns gelungen, an der Spitze zu bleiben, das Auto zu verstehen und die Konstanz aufrecht zu erhalten", freute sich der Star-Designer.

Jahre* Team GPs Siege Podest Poles Pkt. K-WM F-WM
1991-97 Williams 114 59 126 77 985 5 4
1998-06 McLaren 153 41 125 45 1.102 1 2
2007-?? Red Bull Racing 109 34 78 46 1.794,5 3 2

Besser bezahlt als die Piloten

Einst ließ sich Dietrich Mateschitz die Verpflichtung des "Superhirns" rund zehn Millionen US-Dollar kosten. Damit wurde Newey besser bezahlt als die damaligen Piloten David Coulthard und Mark Webber.

Dieser Schachzug sollte sich als goldrichtig erweisen. Als die erste große Reglement-Änderung kam, nutzte Newey die Gunst der Stunde. Einem 7. Rang in der Konstrukteurs-WM 2008 (die schlechteste Platzierung eines Newey-Autos in der Geschichte) folgte 2009 der Aufstieg zum Sieger-Team.

Die Heckflügel wurden kleiner, die Frontpartien wuchtiger und Red Bull Racing stieg langsam zum F1-Primus auf. In Shanghai 2009 fuhr Vettel den ersten Sieg ein, in der Konstrukteurs-WM musste man sich aber Ross Brawn und dessen Geniestreich Doppel-Diffusor geschlagen geben.

Großer Anteil an Fahrer-Titeln

2010 folgte aber die erste Krönung, die am Sonntag im Hattrick gipfelte. Immer wieder durfte Newey bei Red Bull auch Siegertrophäen an GP-Wochenenden entgegen nehmen. Zuletzt stand er mit Vettel in Yeongam am Treppchen.

"Wir alle können Träume haben, aber sie zu verwirklichen ist etwas Besonderes", sagte der ruhige Brite in Austin nach dem Gewinn seines neunten Konstrukteurs-Titels.

Am kommenden Sonntag darf das "Superhirn" vielleicht auch die neunte Fahrer-WM eines von ihm designten Autos bejubeln. Wie groß der Anteil des RB8 an Vettels drittem Titel wäre, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Fernando Alonso meinte zuletzt in Indien nicht umsonst: "Im Moment kämpfen wir vor allem gegen das Auto von Adrian Newey."

Immerhin verdanken auch Nigel Mansell, Damon Hill, Jacques Villeneuve, Mika Häkkinen und eben Vettel alle ihre Weltmeisterschaften mehr oder weniger dem "Superhirn".

Michael Höller

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