Von Finne zu Halb-Finne

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Rosberg: "Es ist mir alles super aufgegangen"

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„Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz“, dröhnt es aus der Box der Silberpfeile. Bis über beide Ohren strahlend tanzt Nico Rosberg zum TV-Interview an und grölt im Duett mit Janis Joplin.

Er singt, was sich die Konkurrenz denkt. Es grenzt fast an Verhöhnung des Gegners.

Doch man kann Rosberg seinen Übermut nicht verübeln, erlebt er doch vielleicht die beste Zeit seines Lebens.

Letzten Freitag stand der 29-Jährige mit seiner Vivian vor dem Traualtar, zwei Tage später wird Deutschland Fußball-Weltmeister und am Mittwoch wird seine Vertragsverlängerung bei Mercedes mit einem kolportierten Gehalt von 55 Millionen Euro über drei Jahre fixiert.

14 Punkte Vorsprung für Rosberg

Am Sonntag folgt schließlich die Krönung seiner Tage des Ruhms. Der Heimsieg in Hockenheim. Und das in souveräner Manier.

„FRIC (die hydraulisch vernetze Aufhängung, Anm.) wird abgedreht und wir sind trotzdem so stark“, staunt Rosberg bei „SkySportsF1“. 20 Sekunden Vorsprung hatte er am Ende des Rennens.

„Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, zuhause zu gewinnen. Es ist mir einfach alles super aufgegangen“, gibt der WM-Leader zu, der in der Fahrerwertung nun 14 Zähler vor seinem Rivalen und Teamkollegen Lewis Hamilton liegt.

Nach einem – im wahrsten Sinne des Wortes – schmerzhaften Samstag mit dem Unfall in Q1 darf sich aber auch der Brite freuen. Aufgrund eines Getriebewechsel geht er nur von Platz 20 aus ins Rennen und arbeitet sich bis auf Platz drei nach vorne.

Hamilton: "Anpressdruck verloren"

„Ich habe das Beste daraus gemacht und bin gut durch das Feld gekommen – nur Jenson (Anm.: Button) habe ich kurz berührt. Das war mein Fehler“, entschuldigt sich Hamilton bei seinem Landsmann.

Bei der Kollision mit dem McLaren-Piloten beschädigt sich Hamilton seinen Frontflügel, womit er in weiterer Folge mit seinen Reifen zu kämpfen hat.

Ob er es ohne diesen vermeidbaren Fehler noch auf Platz zwei geschafft hätte? „Schwer zu sagen. Ich habe durch den Schaden vielleicht ein bisschen Anpressdruck verloren, dadurch gingen auch die Reifen schneller kaputt“, erklärte der fünffache Saisonsieger.

Schuld daran, dass der siebente Mercedes-Doppelsieg in dieser Saison vorerst auf sich warten lässt, ist nicht zuletzt Valtteri Bottas.

Williams jetzt vor Ferrari

Hinter den Silberpfeilen entwickelt sich der hochtalentierte Finne immer mehr zum stärksten und zuverlässigsten Fahrer im Feld.

Nach den Plätzen drei und zwei in Spielberg und Silverstone holt er seinen dritten Podestplatz en suite.

„Die letzten Runden waren richtig eng, aber es ist sich ausgegangen. Wir wussten, dass es mit zwei Stopps schwer wird, besonders der letzte Stint mit Lewis hinter mir war hart. Aber die Kommunikation mit meinen Ingenieuren war richtig gut“, lobt der 24-Jährige sein Team.

Trotz des frühen Ausfalls von Felipe Massa habe Williams sein Ziel erreicht. „Rob Smedley (Renningenieur von Massa, Anm.) hat heute vor dem Rennen gesagt, dass wir nach dem Rennen bei den Konstrukteuren vor Ferrari liegen wollen.“

Um fünf Zähler hat man die Scuderia abgehängt und belegt derzeit Rang drei – bleibt das bis Saisonende so, wäre es für Williams die beste Saison seit elf Jahren.

Andreas Terler

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