Der "Doktor" feiert seinen Siebziger

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Mit Helmut Marko wird einer der bekanntesten Motorsportler Österreichs am kommenden Samstag 70 Jahre alt.

Der "Doktor", wie der Grazer Jurist nicht nur in der Szene genannt wird, kann als Le-Mans-Sieger von 1971 auf eine höchst erfolgreiche Karriere als Sportler, Fahrermanager, Unternehmer und aktueller Direktor des Formel-1-Weltmeisterteams Red Bull Racing verweisen. Markos eigene Fahrer-Karriere wurde 1972 durch eine schwere Augenverletzung beendet.

Marko kam am 27. April 1943 in Graz zur Welt. Als Schulkollege des späteren Posthum-Weltmeisters Jochen Rindt kam der Steirer früh mit dem Motorsport in Berührung.

Bis heute gültiger Rundenrekord

Nach seiner Promotion startete Marko mit Sportwagenrennen, Formel-V und Formel 3 seine Karriere als Automobilrennfahrer, die im Juli 1971 mit dem denkwürdigen Sieg beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans gipfelte.

Marko und der Niederländer Gijs van Lennep stellten auf ihrem Porsche 917 dabei mehrere Rekorde auf. Dazu kam ein bis heute gültiger Rundenrekord bei der Targa Florio auf Sizilien.

Nachdem er im Grand Prix von Deutschland 1971 die Qualifikation noch verpasst hatte, nahm Marko in der Folge mit BRM und McLaren an insgesamt neun Formel-1-Rennen teil.

Abruptes Karriereende

Mit einem Ferrari-Vorvertrag in der Tasche wurde der Österreicher aber am 2. Juli 1972 in Clermont-Ferrand auf Platz fünf liegend von einem aufgewirbelten Stein so heftig am Helm getroffen, dass sein linkes Auge erblindete und die vielversprechende Karriere mit einem Schlag zu Ende war.

Während damit der sechs Jahre jüngere Niki Lauda zu Österreichs Star in der Formel 1 aufstieg, startete der Doktor der Rechtswissenschaften eine Karriere als Teamchef (RSM-Marko-Team), Berater und Hotelier.

Erfolgreicher Manager und Hotelier

Marko managte dabei u.a. Gerhard Berger, Karl Wendlinger, den Deutschen Jörg Müller und den Kolumbianer Juan Pablo Montoya und besitzt heute in Graz mehrere Immobilien, u.a. das Schlossberg- und Augartenhotel. Zudem ist er auch als Architekturliebhaber bekannt.

Seit 2003 leitet Marko zudem das Red-Bull-Nachwuchsteam. 2005 kehrte er als Konsulent und Motorsportchef des Getränkeherstellers Red Bull in die Formel 1 zurück, nachdem das Unternehmen von Dietrich Mateschitz das Jaguar-Team übernommen hatte.

Unter Markos Führung wurde Red Bull Racing von 2010 bis 2012 mit dem ebenfalls aus dem von Marko betreuten Nachwuchsteam kommenden Deutschen Sebastian Vettel drei Mal Konstrukteurs- und Fahrer-Weltmeister in Folge.

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