Kaltenborn über platte Spar-Diskussion entsetzt

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Monisha Kaltenborn hat Sorge, dass die Sparpläne in der Formel 1 verschleppt werden.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte zuletzt gemeint, dass alle Interessen unmöglich unter einen Hut zu bringen seien.

Die Sauber-Teamchefin konterte umgehend: "Das haben wir nie gefordert. Aber die Spielfläche gehört eingegrenzt."

Kundenautos statt kleine Teams?

Die Formel 1 bemüht sich offiziell seit langem um eine Kostendeckelung, um für alle Teams finanzierbaren Sport zu ermöglichen.

Inzwischen ist die Kluft zwischen den großen Vier, Mercedes, Red Bull, Ferrari und McLaren und den Mittel- bis Hinterbänklern aber extrem angewachsen.

Offenbar wollen einige "Große" ohnehin lieber den "Kleinen" oder den in den Startlöchern stehenden Newcomern Haas und Forza Rossa eigene Kundenautos vermitteln. Wolff ist da allerdings strikt dagegen.

Kaltenborn über Diskussion entsetzt

Die bisherigen Bemühungen haben offenbar nicht sonderlich gefruchtet, obwohl die Zeit für eine noch im Juni notwendige Lösung drängt.

Einspar-Potenzial von 10.000 Euro habe man bisher gefunden, gab etwa Red Bull-Teamchef Christian Horner, dessen Weltmeisterteam über mehrere hundert Millionen Euro Budget pro Jahr verfügt, zuletzt in Monaco bekannt.

Kaltenborn zeigte sich "entsetzt" darüber, auf welch platte Ebene die Kosten-Diskussion derzeit gebracht wird.

"Große Teams arbeiten womöglich ineffizient"

"Wir haben nie gefordert, die Kluft zwischen den Großen und den Kleinen zu schließen", sagte die Österreicherin.

Die Sauber-Teamchefin hält aber eine klarere Trennung der Formel-1-Teams von der Autokonzernwelt für sinnvoll. Dann, so die gebürtige Wienerin, könnten alle wieder auf dem gleichen Spielfeld agieren.

Transparente Kosten würden laut Kaltenborn zudem ermöglichen, bessere Vergleiche ziehen zu können.

"Dann würde man aber auch erkennen, dass die Großen womöglich ineffizient arbeiten", verwies Kaltenborn darauf, dass sehr gut ausgestattete Teams dank ihrer finanziellen Möglichkeiten deutlich mehr Versuche für Entwicklungen hätten als die kleineren.

Ein Team wie Sauber müsse sehr effizient und kostenbewusst vorgehen.

Bei einer klaren Abgrenzung seien auch die Kosten transparenter und vergleichbarer.

Angst um Flucht der großen Konzerne

Ähnlich wie im Fußball oder US-Sport könne man klare Finanz-Regeln aufstellen, an die sich die Teams halten müssten. "Wenn du dann gut bist, kommen auch die besseren Spieler bzw. in unserem Fall Fahrer, zu dir."

Kaltenborn fürchtet aber gar nicht so sehr nur das Ende einiger Hinterbänkler. "Man muss vielmehr schauen, was sich vorne tut", hat die Österreicherin Sorge, dass die großen Konzerne der Formel 1 schnell wieder den Rücken kehren könnten - wie BMW, Toyota, Honda.

Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit gäbe es genug. Teams mit über 1.000 Mitarbeitern seien jedenfalls "verrückt."

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