Hamilton nur bei Siegen uneinholbar vorne

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Nach dem historischen Teamtriumph kämpft das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg erst recht mit offenem Visier um den Fahrertitel in der Formel-1-WM.

Der deutsche WM-Zweite will sich vom gewachsenen Rückstand auf seinen Stallrivalen nicht irritieren lassen.

"Es gibt immer noch 100 Punkte und im Moment beträgt der Unterschied nur 17 Zähler", betonte Rosberg nach Rang zwei in Sotschi.

Vorsprung kann nie groß genug sein

Hamilton, der bei der russischen Grand-Prix-Premiere seinen bereits vierten Sieg en suite einfuhr, weiß, dass er seine Erfolgsserie fortsetzen muss, um zum zweiten Mal nach 2008 Weltmeister zu werden.

"Die Geschichte in diesem Jahr hat gezeigt, dass der Vorsprung nie groß genug sein kann. Das Wichtigste ist, dass ich am Ende noch einen habe", betonte der Engländer.

Ein eigener Ausfall und ein Sieg Rosbergs - und schon würde sich das Blatt wieder wenden.

Vor allem aber wegen der erstmaligen doppelten Punktezahl beim Saisonfinale in Abu Dhabi dürfte das Titelrennen bis zum letzten Grand Prix am 23. November offen bleiben - so wie es Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone herbeigesehnt hatte.

Wolff: "WM noch nicht gelaufen"

Hamilton könnte allerdings schon im vorletzten Rennen in Brasilien Weltmeister werden. Er müsste dann 50 Punkte mehr auf dem Konto haben als Rosberg.

In diesem Fall könnte der Deutsche in Abu Dhabi mit Hamilton höchstens noch gleichziehen. Bei Gleichstand entscheidet aber die Anzahl der Siege. Und da führt der Brite bereits uneinholbar (aktuell 9:4).

Wahrscheinlich ist eine vorzeitige WM-Entscheidung aber nicht, weil Mercedes einfach zu dominant ist und dadurch die Plätze eins und zwei beinahe garantiert sind.

"Zwischen den beiden wird es immer noch hart weitergehen", prophezeite deshalb Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Die WM ist nicht gelaufen."

Zu viel Risiko bei Rosberg

Im Motorhome in Sotschi betonte Rosberg zwar mehrfach, dass sich an seiner Herangehensweise an die nun ausstehenden Duelle auf der Strecke mit Hamilton nichts ändern würde.

In seiner Kolumne für "Spiegel online" am Sonntag vor dem Russland-Rennen hatte das jedoch anders geklungen: "Wenn es in den drei restlichen Rennen hart auf hart kommt, kann ich dann im Zweifel mehr an mich selbst denken als ans Team."

Wiederholen wollte er das nach dem Grand Prix so aber nicht. Er sei ja auch bei seinem Überholmanöver im Russland-Rennen ein Risiko gegangen.

"Viel zu viel", meinte der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg sogar, nachdem er sich wieder mit einem Fahrfehler um den möglichen Sieg gebracht hatte.

Bei seiner Attacke in der zweiten Kurve hatte er sich verbremst und musste anschließend so früh wie kein anderer an die Box. Hamilton fuhr ungefährdet zum Sieg, Rosberg rettete aber immerhin noch Platz zwei.

Hamilton fliegt mit Lauda

Deswegen trete er aber keineswegs mit einem guten Gefühl die Heimreise an, beteuerte Rosberg, der noch am Abend zusammen mit anderen Piloten im Flieger von McLaren-Pilot Jenson Button aus Russland abhob.

Hamilton war an Bord der Maschine von Niki Lauda, der seine liebe Mühe und Not hatte, die Passagiere zusammenzutrommeln.

"Lauda Air hebt ab", rief Österreichs Formel-1-Legende durchs Silberpfeil-Motorhome, in dem mit Champagner auf den ersten Konstrukteurs-Titelgewinn der Formel-1-Geschichte für Mercedes angestoßen wurde.

Wolff gab währenddessen immer noch redselig Interviews und wies auf eine Besonderheit bei seinem Landsmann hin: "Ganz wichtig! Meines Wissens gab es noch niemanden, der als Fahrer Weltmeister geworden ist und als Teamchef, Miteigentümer oder was auch immer Niki alles ist."

Und Lauda ist wie Wolff einer, der die beiden WM-Kontrahenten fahren lässt - solange sie dem Team nicht schaden.

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