FIA lockert Funkverbot - Technik-Durchsagen erlaubt

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Der Internationale Automobilverband (FIA) hat das weitreichende Funkverbot in der Formel 1 wieder deutlich gelockert.

Wenige Stunden vor dem ersten Freien Training am Freitag zum GP von Singapur gaben die Regelhüter dies bekannt.

 Technik-Durchsagen erlaubt

Erlaubt sind nun doch wieder Durchsagen per Funk oder auf anderem Wege, die die Leistung des Rennwagens betreffen. Darunter fallen Anweisungen zur Einstellung des Motor-Mappings, der Bremsbalance oder Rekupartion (Energie-Rückgewinnung). Sie sollen erst kommende Saison verboten werden.

Anweisungen und Nachrichten zur Leistung und zum Verhalten des Fahrers bleiben schon jetzt untersagt.

Der zeitliche Aufschub des Boxenfunkverbots kam nach einem Treffen der FIA mit den Teamverantwortlichen in Singapur.

Nachteil wegen Lenkrad-Displays

Einige Teams beklagten einen Nachteil, da sie ein kleineres Lenkrad-Display im Einsatz haben und dies während der Saison nicht mehr korrigieren hätten können. Das Hauptproblem wäre weniger die Hardware, als vielmehr die Software gewesen.

"Es kann nicht sein, dass die Regeln dann mitten unter der Saison geändert werden, wenn wir unser Auto auf andere Regeln ausgelegt haben", meinte etwa  Rob Smedley (Williams) im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

Fahrer für Verbot, aber...

Die meisten Fahrer hatten die Umstellung zwar begrüßt, aber auch die große Herausforderung betont, in den Rennwagen nun während der Fahrt alles selbst richtig einzustellen und zu managen.

"Die Problematik liegt wirklich darin, dass die Autos dieses Jahr ziemlich kompliziert sind und alle Komponenten gut miteinander harmonieren müssen, so dass das Auto rund läuft", hatte Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel erklärt.

Wenn die Verbote das Ganze "ein bisschen komplizierter" machen würden, "ist es vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei", sagte der Red-Bull-Pilot.

Auch WM-Spitzenreiter Nico Rosberg und sein Verfolger Lewis Hamilton befürworteten den Schritt zum "puren Rennfahren" oder "zurück zu den Kart-Tagen".

Das Rivalen-Duo von Mercedes, dessen Motorsportchef Toto Wolff gleich nach Bekanntwerden des neuen Verbots Kontroversen prophezeit hatte, zeigte aber ebenfalls Respekt vor den zusätzlichen Aufgaben, die auf die Piloten zugekommen wären.

Ecclestone für noch mehr Einschränkungen

Dass nun aber nur Nachrichten wie "Kontakt mit den Randsteinen" oder "Bremspunkte" verboten sind, dürften sämtliche Piloten bestens verkraften.

Einzig Bernie Ecclestone könnte die neue Entscheidung, nur mit Blick auf den Piloten selbst leistungsrelevante Informationen zu verbieten, missmutig stimmen: Er hatte am Donnerstag sogar noch weiterführende Verbote gefordert.

"Sie fahren die Autos, sie sollten deshalb auch wissen was richtig und was falsch ist", meinte der Brite.

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