Zurück zum Glück: Vettel bestätigt Ferrari-Umschwung

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Sebastian Vettel musste in der vergangenen Saison einiges an Kritik einstecken. Der vierfache Weltmeister gab sogar zu, zwischenzeitlich an einen Rücktritt gedacht zu haben.

Stattdessen wechselte der Deutsche bekanntermaßen zu Ferrari. Allerdings waren die Vorzeichen für diese Allianz alles andere als gut, denn auch die Scuderia wurde ihren hohen Ansprüchen 2014 bei weitem nicht gerecht.

Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" will der 27-jährige Heppenheimer 2015 allen Kritikern beweisen, dass er es noch immer drauf hat, Ferrari hingegen hofft, sich zumindest als zweite Kraft hinter dem dominierenden Mercedes-Rennstall etablieren zu können.

Budget um 100 Millionen aufgestockt

Der Plan scheint allen Unkenrufen zum Trotz aufzugehen – die Scuderia schaffte über den Winter den größten Sprung unter den Top-Teams und mauserte sich so zum Silber-Jäger Nummer eins.

Stimmen die Gerüchte, sind die 100 Millionen Euro, um die das Bugdet des Rennstalls aus Maranello angeblich aufgestockt wurde (von 270 auf 370 Millionen Euro), wohl gut angelegt.

Bei den Testfahrten konnte man bereits überzeugen, zum Auftakt in Australien gab es gleich den ersten Podestplatz: Vettel raste auf Rang drei hinter den beiden Silberpfeilen Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Ferrari endlich wieder in Startreihe 1

Beim von monsunartigen Regenfällen unterbrochenen Qualifying am Samstag in Malaysia fehlten Vettel lediglich 0,074 Sekunden auf Polesetter Hamilton, der seine 40. Quali-Bestzeit erzielte.

Überraschend setzte sich Vettel, der mit dem Regen wie gewohnt gut zurechtkam, dabei gegen Landsmann Rosberg durch.

"Ich bin natürlich zufrieden. Die erste Reihe ist für uns etwas Besonderes. Ich hoffe, ich kann es in ein gutes Rennergebnis ummünzen“, freute sich Vettel, der sich jedoch nicht auf seinen Leistungen ausruhen will, obwohl er seinem neuen Rennstall zum ersten Mal seit 2013 – ebenfalls in Malaysia – einen Startplatz in Reihe eins bescherte.

Darüber war naturgemäß auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene, der seinem Schützling via Funk gratulierte ("Großartig!"), durchaus erfreut.

"Ich bin stolz auf den Job, den die Ingenieure gemacht haben. Sebastian war fantastisch", jubelte er.

Zu viel Entspannung für Mercedes

"Wir sind einen Tick näher dran, aber wir müssen uns bis Sonntag gedulden, bis wir wirklich etwas Neues wissen. Das Auto hat sich sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen sehr gut angefühlt", blieb Vettel trotz der starken Performance zurückhaltend.

"Schade, dass es nicht ganz für Platz eins gereicht hat", fügte der Heppenheimer hinzu und richtete eine kleine Kampfansage in Richtung Silberpfeile: "Ich denke, es war ein bisschen zu entspannt für sie in den letzten Monaten. Wir werden sehen, was wir tun können."

Dabei gibt er sich keinen Illusionen hin: "Wir wissen, dass Mercedes im Rennen nur sehr schwer zu schlagen ist."

Der drittplatzierte Rosberg sieht seine "Niederlage" gelassen, auch wenn er sich eingestehen muss, "einfach nicht gut genug gefahren zu sein."

Kein Regen angesagt

Dennoch findet der Deutsche durchaus auch einen Vorteil: "Morgen starte ich auf der sauberen Seite, das kann mir dabei helfen, Sebastian gleich beim Start zu überholen. Vielleicht lässt er mich in der ersten Kurve vorbei", lacht der Mercedes-Pilot.

Noch nicht nach Wunsch lief es indes für Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen, der den Sprung in Q3 aufgrund des einsetzenden Regens verpasste.

"Wir haben immer einen Plan, diesmal war es halt der falsche", erklärte Räikkönen gewohnt ruhig.

Vettel hingegen scheint nun endgültig Blut geleckt zu haben. "Wenn es hier anfängt zu regnen, wofür eine hohe Chance besteht, dann kann es die Dinge richtig durchmischen". Zu seinem Leidwesen soll laut Wetterbericht der Regen am Renntag ausbleiben, doch in Malaysia kann man das nie zu hundert Prozent wissen...

 

Henriette Werner

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