"Das wird der erste große Sprung für uns"

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Richtungsweisend.

Ein Adjektiv, das nicht nur sehr oft mit dem Grand Prix von Spanien in Verbindung gebracht wird, sondern auch für ein bestimmtes Teil eines Formel-1-Wagens gilt.

Der Europa-Auftakt der Königsklasse ist für die meisten Teams jener Zeitpunkt, bei dem viele wichtige und - auf das gesamte Jahr gesehen - entscheidende Änderungen an den Boliden ihre Premiere feiern.

Einen großen Aufholbedarf hat Red Bull Racing. Das Weltmeisterteam der Jahre 2010 bis 2013 hat gleichzeitig auch sehr viele Möglichkeiten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Rennstall am Circuit de Barcelona-Catalunya am meisten vorhat.

FIA-Crashtest im vierten Anlauf bestanden

Im Mittelpunkt steht, wie schon angedeutet, die Nase. "Endlich", denken sich die Verantwortlichen. Denn eigentlich wollte man die Saison von Beginn an mit einer kurzen Variante bestreiten. Das hätte vielleicht auch geklappt, gäbe es nicht einen notwendigen Crashtest.

Laut eines Berichts von "auto-motor-und-sport.de" schaffte es die kurze Nase erst beim vierten Anlauf durch die Prüfung der FIA. Zusammen mit den internen Versuchen sollen es insgesamt 13 gewesen sein.

Jetzt will Red Bull aber durchstarten, nachdem die bisherige Lösung nur interimistischer Natur gewesen sein soll. Dazu gibt es ein neues Frontflügelkonzept sowie Änderungen bei den Leitblechen und dem hinteren Bereich des Autos.

Am Motoren-Limit angelangt

Die große Frage lautet nun: Was bringt's? Motorsport-Berater Helmut Marko sprach in Melbourne in Bezug auf das große Update von einer Zeit-Verbesserung von mindestens einer halben Sekunde. Damit würde man der Spitze ein gutes Stück näher kommen.

Allerdings gibt es gleichzeitig die Problemzone Antrieb. Sowohl Daniel Ricciardo als auch Daniil Kvyat müssen in Barcelona mit neuen Motoren antreten. Beide sind schon vor dem fünften Saisonlauf beim Limit von vier Antriebseinheiten angekommen.

Die Hoffnung lebt. Zumindest bei Grinse-Katze Ricciardo: "Es ist definitiv besser und dieses Wochenende wird der erste große Sprung für uns sein", ist sich der Australier sicher.

Bei Renault sei man äußerst optimistisch, dass man die Laufzeit des Motors verlängern kann.

"Uns ist klar, dass wir bereits den vierten Motor haben, von daher müssen wir clever mit unserer Laufleistung umgehen. Im Qualifying und im Rennen geben wir alles, aber im Training werden wir keine Extrakilometer fahren, wenn wir nicht müssen", erklärt Ricciardo den Plan des Teams.

Ferrari: Chassis-Updates und 30 PS mehr!

Fakt ist: Wenn in Spanien schon wieder ein Motor den Geist aufgibt, wird man im nächsten Rennen strafversetzt. Und das findet immerhin in Monaco statt, wo die Startposition wichtiger ist, als bei allen anderen Grand Prix.

Den nächsten Schritt Richtung Mercedes hat Ferrari vor. Auch die Scuderia geizt nicht mit Veränderungen am SF15-T. Vom Unterboden über den Diffusor bis hin zum Heckflügel wurde alles einer Überarbeitung unterzogen.

Dazu kommt ein Motoren-Upgrade, das bis zu 30 PS mehr liefern soll. Ursprünglich sei es für das Rennen in Kanada vorgesehen gewesen, nun will man schon zwei WM-Läufe davor den Silberpfeilen Feuer unterm Hintern machen.

Sebastian Vettel ist bereit für seine nächste Attacke auf den Branchenprimus. Wie wohl er sich mittlerweile bei Ferrari fühlt, beweisen jüngste Aussagen in der "Welt am Sonntag" bezüglich der Unterschiede zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Red Bull Racing:

"Die Sprache ist anders, man redet zwar von ein und der gleichen Sache, aber verwendet andere Ausdrücke. Außerdem fühlt sich das Auto anders an und lässt sich ganz anders fahren. Das Lenkrad zum Beispiel hat ein ganz anderes Layout", so der Heppenheimer.

Nicht zuletzt sei auch die Umgangsweise eine ihm wesentlich angenehmere: "Dass die Italiener etwas besonders Herzliches haben, wissen wir alle vom Ristorante um die Ecke - so ist das ungefähr auch beim Team."

Ferraris Sportlicher Leiter beurlaubt?

Trotz des Aufschwungs scheint derzeit nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" bei den Roten zu sein. Massimo Rivola, Sportlicher Leiter von Ferrari, wird in Barcelona vermisst. Er sei aber nicht verschwunden, sondern aus persönlichen Gründen nicht vor Ort.

Ungewöhnlich für einen leitenden Verantwortlichen, weshalb die italienische Presse damit spekuliert, dass Rivola sowie ein Koch und ein Mitarbeiter der Logistikabteilung beurlaubt worden sein sollen.

Vettel würde damit einen Vertrauten, den er bereits aus gemeinsamen Zeiten bei Toro Rosso kennt, verlieren. Die mögliche Zukunft Rivolas soll bei McLaren liegen. Dort ist man derzeit wohl über jeden guten Ratschlag dankbar.


Andreas Terler

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