"Ferrari hatte auch Glück"

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Montezemolo: "Ferrari hatte auch ein bisschen Glück"

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Vergönnt Luca di Montezemolo Ferrari die jüngsten Erfolge nicht?

Geht man nach aktuellen Aussagen des ehemaligen Präsidenten der Kultmarke, kann man diesen Eindruck gewinnen.

In seinem ersten Interview seit dem Ende seiner 23-jährigen Ära bei den Roten setzt der Graf Nadelstiche in Richtung seines ehamligen Arbeitgebers. Auch andere Teams bekommen ihr Fett ab.

"Ganz ehrlich, ich glaube, dass sie ein bisschen Glück hatten", sagt der 67-Jährige in der Tageszeitung "La Repubblica" und erklärt auch, warum er das so sieht.

Podestplatz quasi in jedem Rennen fix

"In diesem Jahr haben sie, abgesehen von Mercedes, keine Konkurrenz. Williams hat sich nicht verbessert, Red Bull ist implodiert und McLaren steckt in einer schlimmen Krise. Ferrari startet also mit einem Podestplatz fix in der Tasche."

Eine eindeutige Aussage. Im Nachsatz räumt di Montezemolo der aktuellen Rennstallführung immerhin gewisse anerkennenswerte Leistungen ein: "Glück bringt nichts, wenn man nicht weiß, wie man das meiste daraus macht."

Weiters befeuert er auch die Gerüchte, Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz überlege, seinen Rennstall zu verkaufen.

Mateschitz' Szenario: Audi überzeugen oder verkaufen

"Ich weiß, dass Dietrich über einen Verkauf nachdenkt. Er hat einem gemeinsamen Freund gesagt: Entweder ich überzeuge Audi, einzusteigen, oder ich bin raus", berichtet di Montezemolo.

Raus bei Red Bull Racing ist seit diesem Jahr auch Sebastian Vettel. An seinem Engagement in Rot sei jahrelang gearbeitet worden. Die erste Empfehlung sei von niemand geringerem als Michael Schumacher gekommen:

"Es war im Sommer 2009, als er bei Ferrari für Felipe (Massa, Anm.) einspringen wollte. Er sagte mir: Der beste Fahrer für euch ist Seb."

"Ungeschickter" Vettel mit Pralinen

Daraufhin habe Stefano Domenicali alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Heppenheimer nach Maranello zu lotsen. Es kam auch zu einem Treffen mit di Montezemolo in dessen Heimat Bologna. "Er hat damals eine Schachtel Pralinen aus der Schweiz mitgebracht", erinnert sich der Ex-Präsident.

Die Einladung beim Big-Boss scheint durch für Herzklopfen bei Vettel gesorgt zu haben: "Er war damals schon Weltmeister, dennoch war sein Verhalten irgendwie unbeholfen. Er hat aber bei allen einen guten Eindruck hinterlassen."

"Alonso wurde immer skeptischer"

Marco Mattiacci habe anschließend das Buhlen um den Deutschen fortgesetzt. Letztlich sei es der Verdienst von Fiat-Boss Sergio Marchionne gewesen.

Allerdings spielte auch Fernando Alonso eine entscheidende Rolle: "Mit Marchionne haben wir gemerkt, dass Alonso in eine immer düstere Stimmung kam und immer skeptischer dem Team gegenüber wirkte. Daher haben wir uns für einen Wechsel entschieden."

Bleibt die Frage, ob sich die Stimmung von Alonso seit seinem Wechsel zu McLaren signifikant geändert hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

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