Zuber und Eng: Zwei Kronprinzen machen ihren Weg

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Jeder junge Rennfahrer träumt von einer Karriere in der Formel 1. Doch nur den wenigsten ist dieser Sprung in die Königsklasse des Motorsports vergönnt.

Andreas Zuber und Philipp Eng sind die letzten beiden Österreicher, die sich Hoffnungen auf diesen Aufstieg machen durften.

Zuber testete 2007 für Honda, Eng ein Jahr später (als Preis für seinen Sieg beim BMW-Weltfinale) für BMW-Sauber.

Mittlerweile haben beide ihre F1-Träumereien begraben – und sich für den Traum einer Karriere als Profi-Rennfahrer entschieden.

Die zweite Karriere

Am Wochenende gastierten sie im Rahmen des ADAC GT Masters am Red Bull Ring in der österreichischen Heimat. LAOLA1 traf die beiden ehemaligen "österreichischen F1-Kronprinzen".

"Im Moment ist der GT-Sport der richtige Weg, um Profi-Rennfahrer zu werden. Wenn es im Formel-Sport nicht geht, dann halt so", erklärt Eng.

Auch Zuber, der im Vorjahr bereits vier Rennen (inkl. zwei Podestplätze) in der GT1-WM bestritt, fühlt sich im GT-Sport wohl: "Ich sehe meine Zukunft zu hundert Prozent im GT-Sport. Wobei ich GT1-Autos bevorzuge, denn die gehen vom Fahrstil schon mehr in Richtung Formel-Auto."

Kein Millionen-Druck mehr

Der Umstieg ist beiden nicht leicht gefallen, geht dieser doch mit einer endgültigen Verabschiedung vom Traum von der Formel 1 einher.

"Aber ohne die nötige Mitgift ist es extrem schwer, das Ziel F1 zu erreichen", weiß Eng, der in zwei Jahren in der Formel 2 vier Rennen gewinnen konnte. "Ich habe einfach gemerkt, dass ich nicht die Möglichkeit habe, zwei Millionen Euro für die GP2 aufzutreiben."

Vom finanziellen Druck auf die Fahrer kann auch Zuber ein Lied singen: "Im Formel-Sport ist das brutal! Da muss die Wirtschaft mitspielen, man muss Kontakte haben und die richtigen Sponsoren. Ich habe das sechs Jahre ganz alleine gemacht."

Zubers bitterste Stunde

"Im GT-Sport ist alles viel relaxter. Die meisten Teams haben Geld und du musst selber keine Sponsoren mehr finden", erklärt der 27-jährige Steirer, der seinerzeit bei Honda sogar schon einen Test-Vertrag in der Tasche hatte.

"Ich war als einer der Junioren eingeplant. Aber dann ist die Weltwirtschaft in die Knie gegangen und Honda hat massive finanzielle Probleme bekommen", blickt Zuber zurück. "Ein Jahr später sind sie ja auch aus der Formel 1 ausgestiegen. Da ist natürlich viel in die Hose gegangen."

Ein zweites Standbein

Der um sieben Jahre jüngere Eng hat sich mittlerweile auch ein zweites Standbein geschaffen: "Ich arbeite nebenher als Coach für junge Piloten und für verschiedene Agenturen im Bereich Rennstrecken-Training mit Sportwagen."

"Damit lässt sich gut Geld verdienen und es bringt mir für mein Rennfahrer-Leben etwas", so Eng. Der 21-Jährige schaffte es heuer auch die "FIA Young Driver Academy", wo er unter anderem von Alex Wurz oder Ex-Toyota-Technikdirektor Pascal Vasselon gecoacht wurde.

"Das war sehr wichtig für mich - vor allem auch vom Prestige her", erklärt Eng. Das Leben als Rennfahrer wird er jedenfalls nicht aufgeben. "Ich will Rennen fahren bis ich 150 Jahre alt bin", scherzt der Salzburger.

Zuber peilt WM-Titel an

Zuber hat in seiner neuen Karriere als GT-Pilot bereits wieder große Pläne: "Ich will nächstes Jahr unbedingt in die GT-World, das neue WM-Konzept für GT1- und GT2-Fahrzeuge. Dort will ich irgendwann einmal Weltmeister werden."

Ein Deal für nächstes Jahr soll sogar schon unter Dach und Fach sein.

Michael Höller

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