Überraschungen bei der X-Bow-Battle in Spielberg

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38 Nennungen, 35 Starter aus 11 Nationen – das „Heimspiel“ der X-BOW BATTLE am Red Bull Ring bot einmal mehr internationalen Spitzenrennsport mit einem der größten und populärsten Markenpokale Europas.

Die erste Bestmarke setzte der Schweizer Niki Leutwiler, der im Qualifying für den ersten Rennlauf mit 1:35.798 auf die Pole-Position fuhr und dabei den steirischen Lokalmatadoren Holger Baumgartner, den brasilianischen Gastfahrer Enrique Bernoldi und Vorjahrs-Champion Klaus Angerhofer hinter sich ließ.

1. Rennen

35 Autos durch die ersten Kurve am Red Bull Ring zu bringen ist bekanntermaßen nicht einfach, meistens kommt es zu der einen oder anderen kleineren Kollision. Dass ein Startunfall allerdings so heftig ist, wie im ersten Rennen der „BATTLE“, ist Gott sei Dank nur selten der Fall. Auslöser dafür war der gute Start der drei Erstplatzierten, die zu dritt nebeneinander in die Castrol-Kurve einlenkten. Enrique Bernoldi wurde dabei auf den rutschigen Teil der Strecke gedrängt und musste in die Auslaufzone, wo er allerdings massiv an Grip verlor und genau in Richtung Strecke zurückgedreht wurde. Das heranstürmende Feld konnte anfangs noch ausweichen, dann kam aber der „Polen-Express“ in Form von Artur Chwist und Adam Galas, die das stehende Hindernis erst viel zu spät erkennen konnten. Das Resultat: Drei schwer beschädigte Rennfahrzeuge, drei geknickte Egos (vor allem Gastfahrer Bernoldi war untröstlich), aber einmal mehr auch der Beweis für die Sicherheit des KTM X-BOW: Die drei Unfallbeteiligten blieben völlig unverletzt. Es folgten eine lange Safety-Car-Phase um das Trümmerfeld zu beseitigen und ein problemloser Re-Start, worauf es bald wieder turbulent zur Sache ging. An der Spitze schenkten sich Niki Leutwiler und Holger Baumgartner nichts, dahinter lauerten „BOB BAU“ und Klaus Angerhofer, während zwischen Georg Silbermayr, Laura Kraihamer, Uwe Schmidt und Oliver Hörschläger ein wilder Kampf tobte. Dann plötzlich erneut Aufregung: Baumgartner wollte im Anflug auf die Remus-Kurve an Leutwiler vorbei, der machte allerdings die Türe zu und schickte seinen Mitbewerber ins Aus. Die Rennleitung brauchte nicht lange und verhängte eine Durchfahrtsstrafe gegen den Schweizer, worauf sich „BOB BAU“ plötzlich an der Spitze wiederfand, wo er – trotz heftiger Angriffe von Klaus Angerhofer – bis zum Zieleinlauf verblieb. Platz drei ging an Serien-Organisator Georg Silbermayr, der sich gerade noch gegen die prächtig aufgelegte Laura Kraihamer behaupten konnte, Fünfter wurde Kraihamers CCS-Racing Teamkollege Uwe Schmidt.

Platz sechs holte sich Oliver Hörschläger, Rang sieben ging an den deutschen Rookie Steffen Faas, der immer schneller wird. Komplettiert wurden die Top-Ten vom Salzburger Sehdi Sarmini, Niki Leutwiler und dessen Schweizer Landsmann Dr. Umberto Schläpfer, der gleich bei seinem ersten Einsatz in der X-BOW BATTLE in die Punkteränge fuhr.

2. Rennen

Dass Oliver Hörschläger zu den wirklich schnellen Piloten der „BATTLE“ zählt, war bereits hinlänglich bekannt, allerdings mangelte es dem Niederösterreicher immer wieder an Konstanz. Im Qualifying für den zweiten Rennlauf des Wochenendes machte Hörschläger jedoch alles richtig und fuhr vor Klaus Angerhofer und Holger Baumgartner zur ersten Pole-Position seiner Karriere, während Laura Kraihamer als Vierte und Steffen Faas als Fünfter ebenfalls aufzeigen konnten. Niki Leutwiler klebte weiterhin das Pech auf den Fersen, ihm wurde seine schnellste Runde (die zur „Pole“ gereicht hätte) von den Sportkommissären gestrichen. 15 Minuten vor der Öffnung der Boxengasse gab es dann plötzlich große Aufregung: Ein heftiger Regenschauer ging nieder, hektisch wurde an jedem Fahrzeug von profillosen Michelin-Slicks auf die Regenreifen der französischen Marke gewechselt. Als dann alle 25 Piloten in der Startaufstellung standen – das Feld war aufgrund des wilden ersten Rennens etwas dezimiert – macht sich Ratlosigkeit breit: Der Regen hatte aufgehört, die Strecke begann rasch abzutrocknen. Einzig „Plus City“ Boss Ernst Kirchmayr und seine Mechaniker-Mannschaft rund um Stefan Krinninger reagierten und wechselten noch in der Startaufstellung auf Slicks zurück – ein Goldgriff, wie sich herausstellen sollte. Noch während des problemlosen Starts offenbarten sich gravierende Strategie-Unterschiede: Das Trencar-Team mit Holger Baumgartner und „BOB BAU“ fuhr noch vor der Freigabe des Rennens zum Reifenwechsel an die Box, Pole-Sitter Oliver Hörschläger nach der ersten Runde. Andere Teilnehmer versuchten ihre Regenreifen zu schonen und verloren dadurch gleich zu Beginn einige Plätze. Einzig und alleine Ernst Kirchmayr kannte keine Sorge. Der Oberösterreicher fuhr ein taktisch perfektes Rennen, ging beim Überholen äußerst vorsichtig zur Sache und ließ sich für seine Aufholjagd dank der Slick-Bereifung viel Zeit. So gewann Ernst Kirchmayr deutlich vor Klaus Angerhofer und Georg Silbermayr, letzterer feierte damit sein mit Abstand bestes Rennwochenende seit langer Zeit. Steffen Faas wurde toller Vierter, Laura Kraihamer nach harten Zweikämpfen Fünfte. Sehdi Sarmini und Uwe Schmidt sicherten sich die Plätze sechs bzw. sieben und der Italiener Carlo Alberto Ferrari jubelte über Rang acht, seine bislang  beste Platzierung in der „BATTLE“. Polesitter Oliver Hörschläger fuhr trotz Reifenwechsel-Boxenstopp noch sensationell auf Platz neun, der Tscheche Karel Bednar vervollständigte als Zehnter die Top-Ten. Und nachdem Niki Leutwilers Wochenende in Lauf zwei im Kiesbett zu Ende ging, hat sich an der Spitze der Gesamtwertung nur recht wenig getan: Vier Punkte konnte der Schweizer im ersten Rennen auf den nach wie vor Führenden Holger Baumgartner gutmachen, dieser hält unverändert bei 85 Zählern. Leutwiler ist mit 74 Punkten Zweiter, Artur Chwist mit 71 Punkten auf Platz drei. Die Profiteure der Veranstaltung auf dem Red Bull Ring heißen Georg Silbermayr, Klaus Angerhofer und „BOB BAU“, sie konnten sich ein wenig näher an die Spitze heranschieben – es bleibt also auch in der zweiten Saisonhälfte spannend

Rookies Challenge

Gegen Cédric Freiburghaus scheint kein Kraut gewachsen: Die Gegner in der „ROOKIES CHALLENGE“; ganz gleich ob Saison- oder Einmal-Starter, sind chancenlos – am Ende gewinnt immer der junge Schweizer. Am Red Bull Ring waren gleich 14 „ROOKIES“ mit dabei und einige der „Neulinge“ konnten auch beeindrucken. Im ersten Rennen am Freitag war es Saisonstarter Jörg Haghofer, der Freiburghaus am Nächsten kam, Platz drei ging an den Schweizer Neuling Adrian Spescha. Der zweite Lauf am Samstag brachte dann genau das umgekehrte Ergebnis: Spescha wurde Zweiter hinter Freiburghaus, Haghofer Dritter. Die „ROOKIES“ hatten sich im Übrigen besonderes Lob verdient, kein einziger der unerfahrenen Neuzugänge war in irgendwelche Zwischenfälle verwickelt.

Endurance

Das Stundenrennen entwickelte sich nach dem obligatorischen Boxenstopp – wie schon so oft – auch am Red Bull Ring zum „Krimi“. Am Ende hatte das Duo Georg Silbermayr/Niki Leutwiler die Nase vorne. Für Leutwiler ein kleiner Trost an einem sonst verhauten Wochenende, für Silbermayr ein weiterer Grund zu jubeln. Nur 3,452 Sekunden zurück überquerte das Duo Laura Kraihamer/Uwe Schmidt die Ziellinie, Rang drei ging an „BOB BAU“, der das Rennen alleine durchgefahren war (was in dieser Saison erlaubt ist).

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