Die Chevrolet-Show gastiert in Salzburg

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Wenn am kommenden Wochenende die WTCC erstmals in Österreich gastiert, dann wird hellblau am Salzburgring zur Modefarbe.

Der Weg zur Siegerehrung führt auf der Strecke schon seit längerem nur über die „Blue Boys“ Yvan Muller, Rob Huff und Alain Menu.

Das Chevrolet-Werkstrio dominiert in den cyanblauen Cruze-Boliden seit dieser Saison fast konkurrenzlos.

Bei drei Dreifachsiegen musste man in den bisherigen zehn Rennen nur zweimal den Sieg einem Gegner überlassen. Die US-Amerikaner sind zweifacher Konstrukteurs-Weltmeister, Speerspitze Muller ist doppelter Champion.

Vorteil an allen Fronten

Im Vorfeld des Salzburg-Wochenendes übt man sich aber im Understatement. „Ich hoffe wir können zumindest ein Rennen gewinnen“, meint Menu, heuer bereits selbst zweimal am obersten Podest.

Nach dem Ausstieg von SEAT und BMW ist Chevrolet das einzige Werks-Team in der WTCC. Gefightet wird aktuell nur gegen Kunden-Rennställe mit kleineren Budgets, weniger Knowhow und geringeren Entwicklungsmöglichkeiten.

„Die anderen Teams müssen großteils während der Rennen entwickeln. Wir haben aufgrund der Werks-Unterstützung bereits zum Saisonstart immer ein Top-Auto am Start stehen“, erklärt Chevrolet-Teammanager Eric Neve.

Gut für’s Geschäft

Nicht nur aufgrund der sportlichen Erfolge, ist man mit dem WTCC-Engagement hochzufrieden. Auch die Vermarktbarkeit und die Auswirkungen auf das Kerngeschäft, den Autohandel, ist augenscheinlich: „Der Cruze ist mittlerweile der weltweit am häufigsten verkaufte Chevrolet“, wie Neve erklärt.

Dass das Prestige der WTCC schon einmal höher war, weiß man bei Chevrolet. „Mehr Hersteller wären auch in unserem Interesse. Aber wir können da leider nicht viel machen. Das ist Sache des Promoters.“

2009 etwa gab es noch vier Werks-Teams, damals holten in den 24 Rennen zehn verschiedene Piloten auf drei Marken Siege.

Neue Interessenten

Doch am Horizont taucht ein Hoffnungsschimmer auf:  Lada startete zuletzt am Hungaroring einen neuerlichen Testlauf, zu den Asien-Rennen wird Honda einsteigen, die 2013 eine komplette Saison als Werksteam bestreiten wollen. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll man auch bei BMW in München über ein werksseitiges Comeback nachdenken.

Die nächsten Monate werden aber den „Blue Boys“ gehören. So auch am Salzburgring, wenn erstmals seit den Siebzigerjahren wieder ein Rennen mit FIA-WM-Prädikat auf der Naturstrecke gastiert.

Michael Höller

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