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Zeitlupe Wechtl

 

FEIG, HINTERHÄLTIG UND INDISKUTABEL!

Für was muss sich Rapid mehr schämen? Für die Leistung am Platz oder wieder einmal für einen Teil seiner Anhängerschaft?

„Indiskutabel“ bezeichnete Peter Schöttel den Auftritt  der Grün-Weißen beim 0:2 im 303. Wiener Derby gegen die Austria.

Wirklich indiskutabel waren jedoch die Szenen, die sich vor dem Anpfiff abspielten. Rund 100-150 teilweise vermummte und schwarz gekleidete SCR-Chaoten machten vor der Ost-Tribüne Jagd auf die Stadion-Besucher.

Ich wurde Zeuge des „Angriffs“. Anders kann man diese Situation gar nicht bezeichnen, denn es war augenscheinlich, dass es den Krawallmachern völlig egal war, dass auch Frauen und Kinder anwesend waren.

Möglicherweise werden Szene-Kenner von einer übertriebenen Darstellung sprechen, doch wenn plötzlich eine maskierte Horde auf einen zuläuft, mit Gegenständen wirft und auf alles einschlägt, was im Weg steht, wird einem schon mulmig.

Wäre nicht der „harte Kern“ der Austria-Anhänger dazwischen gegangen, wer weiß, ob nicht noch Schlimmeres als eine Massenschlägerei passiert wäre.

Die mit Verspätung eingetroffene Polizei beendete das Intermezzo. Vier Personen wurden festgenommen, drei verletzt.

Die Ereignisse stimmen mich traurig und geben zu denken. Man darf nun auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen!

Wie konnte es sein, dass der Mob ungehindert von der Laaerberg-Straße über einen Verbindungsweg zum Stadion marschieren konnte? Wieso griffen die Polizisten trotz mehrmaliger Aufforderung von Passanten erst ein, als Verstärkung anrückte? Und die Millionen-Frage: Was kann Rapids Vereinsführung gegen diese Verrückten unternehmen? Muss erst eine Tragödie passieren?

Dass Österreichs populärster Verein seit Jahren ein Fan-Problem hat, ist bekannt. Die Bilder vom Platzsturm im Hanappi-Stadion im Mai 2011 gingen ebenso um die Welt wie die schweren Ausschreitungen im Europa-League-Playoff-Spiel in Saloniki Ende August.

Das Bemühen, die Problematik in den Griff zu bekommen, mag mittlerweile vorhanden sein, doch möglicherweise scheint es dafür zu spät zu sein.

Ein Haufen von Idioten, die ein Fußballmatch nutzen, um ihre Gewaltbereitschaft zu demonstrieren, sorgt in regelmäßigen Abständen für negative Schlagzeilen und einen gewaltigen Imageschaden.

Und dafür muss man sich einfach nur schämen.

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