Alle Macht und Euros für eine Handvoll Talente

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Nein, es ist nicht an der Zeit, Jürgen Melzer wieder einmal als "einen Loser" hinzustellen. Es hat auch keinen Sinn, die Leistungen von Tamira Paszek in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren nieder zu machen.

Dass Andreas Haider-Maurer der einzige ÖTV-Spieler ist, der beim Sandplatz-Klassiker in Paris einen Satz gewinnen kann und Österreich bei den French Open 2013 am zweiten Tag in den Einzelbewerben nicht mehr vertreten ist, schreit einfach nach einer gründlichen Bestandsaufnahme des heimischen Tennissports.

Dafür aber reicht in diesem Kommentar der Platz nicht aus (siehe LAOLA1-Analyse). Dass es der Verband verabsäumt hat, den Boom der Neunziger-Jahre, als Thomas Muster von Sieg zu Sieg eilte und sogar die Nummer 1 der Welt war, zu nutzen, ist Schnee von gestern.

Aktuell füllt Ronnie Leitgeb das Amt des Präsidenten aus. Dass er in dieser Funktion auch als Manager und Berater von Melzer und Paszek aufgetreten ist, hat zu Recht nicht überall Zustimmung gefunden.

Leitgeb war einst eng mit dem Erfolgslauf von Thomas Muster verbunden und müsste wissen, wie man einen Spieler an die Weltspitze heranführt. Ideen, spezielle Förderprogramme, ein schlüssiges Konzept an dessen Ende neue "Tennis-Musketiere" stehen wie einst Muster, Skoff, Antonitsch oder Schaller sind nicht auszumachen. Schön, wenn der Verband den Hebel bei der Trainer-Lizenz ansetzt und für mehr Anerkennung kämpft, aber aktuell rauft gerade Österreichs hoffnungsvoller Nachwuchs (Thiem, Miedler, Haas) um den Anschluss an die Spitze.

Leitgeb muss wissen, dass in solchen Fällen wohl nur ein generalstabsmäßig geplantes Einzel-Unternehmen mit einem optimalen Betreuerstab zum Erfolg führt. Dafür benötigt man viel Geld, jede Menge Geduld und die volle Unterstützung des Verbandes.

Der ÖTV und Ronnie Leitgeb sind also aufgefordert, den hoffnungsvollsten Talenten des Landes sofort alle Unterstützung zukommen zu lassen.

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