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Fall Armstrong schreit nach Folgen

Bei der "Aufnahme-Prüfung" für die LAOLA1-Lehr-Redaktion gibt es mehrere Tests zu absolvieren. Eine stets wiederkehrende und beliebte Frage an die Kandidaten lautet: Unabhängig von Sprache oder Epoche, welchen Sportler würdest du gerne interviewen und was möchtest du von ihm erfahren?

Nahezu jeder zweite angehende Jung-Journalist nennt dabei eine Sport-Persönlichkeit aus dem Trio Lance Armstrong, Messi oder Roger Federer. Der Werdegang des US-Weltstars, dessen Erfolge, sein Kampf gegen den Hodenkrebs und seine Rolle als Chef eines perfekt funktionierenden Profi-Radteams lässt keinen kalt.

Der 42-jährige Texaner gefiel sich bis vor kurzem in der Rolle des Superstars, des Opfers und des ewigen Kämpfers. Seit dem Urteil des Rad-Weltverbands UCI, getrieben von der Entscheidung der US-Anti-Dopingbehörde USADA, dem Meisterdoper sämtliche Titel (7 Tour-Siege, über 50 Tages-Erfolge insgesamt) weg zu nehmen, schlägt die Stimmung um.

Dem Fall Armstrong droht nun ein noch nicht absehbares juristisches Nachspiel. Eines, das den ohnehin schwer gebeutelten Radsport in seinen Grundfesten erschüttern wird. Ja, sogar muss. Denn der Name Lance Armstrong steht für ein perfektes System, das auch im Weltverband seine Steigbügelhalter besitzt.

Die Rolle der UCI, die Machenschaften einiger Herren, die nachweislich Geld von Armstrong angenommen und diverse „Betrüger“ gedeckt haben, gehört ohne Rücksicht auf Verluste aufgearbeitet.

Tiefer kann der Radsport nicht mehr fallen und ein Neustart ist nur möglich, wenn sich auch der Weltverband neu aufstellt und ausrichtet. Wann, wenn nicht jetzt! Denn die Gerüchte, wonach das Blutdoping passe ist und sich heranwachsende Jung-Profis mit Medikamenten aus dem Gendoping-Bereich versorgen, sollten ernst genommen werden und müssen dafür sorgen, dass im hoffnungslos versauten Radsport endlich jeder Stein umgedreht und das betrügerische System in tausend Scherben zerschlagen wird.

Dafür aber reicht die Verurteilung von Lance Armstrong nicht aus… 

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