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Probleme im heimischen Fußball drehen sich im Kreis

Winterpause in der Bundesliga. Zeit, Bilanzen zu ziehen und sich wieder einmal einer Struktur-Reform zu widmen.

Die sinkenden Zuschauerzahlen, nur knapp 10.000 Fans sahen am Samstag die drei Spiele in Innsbruck, Salzburg und Wr. Neustadt, sollten den Verantwortlichen zu denken geben.

Und was macht der ÖFB? Zum hundertsten Mal versuchen sich selbstherrliche Landesverbands-Präsidenten für eine Aufstockung der Bundesliga stark zu machen. Ohne Wenn und Aber, ohne Ideen, ohne Weitsicht. Demnächst werden sie wieder über die Ganzjahres-Meisterschaft, die x-te Reform des ÖFB-Cups und die Einführung des U21-Bewerbs labern.

Die Probleme drehen sich im Kreis. Stillstand, wohin man schaut. Lösungsansätze sind keine zu sehen. ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig klammert sich nunmehr seit über 30 Jahren an seine Macht und pinselt den Landesfürsten den Bauch, damit diese ja nicht auf die Idee kommen, dessen Position zu hinterfragen.

Die Krise im heimischen Fußball ist mehr denn je eine Funktionärskrise. Manager, die über ihren eigenen Verein hinausblicken, nach Entwicklung streben und für vernünftige Strukturen sorgen (TV-Vertrag, Spielplanerstellung, organisatorische Lizenzierung), lassen sich an einer Hand abzählen. Die Länder verwalten ihre gar nicht so kleinen Budgets mit der Gießkanne, schauen weg, wo es offensichtlich an Infrastruktur mangelt und legen ihren Aushängeschildern, den Profiklubs, wo es nur geht Steine in den Weg.

Mit der aktuellen Diskussion über das Ligaformat erklären sie der Liga den Krieg, an dessen Ende beide Institutionen und der heimische Fußball im Besonderen als Verlierer dastehen werden.

Die triste Situation rund um das Herbst-Finale der Liga ist das perfekte Spiegelbild zur Lage der Fußball-Nation. Dazu passt, dass der Auftakt 2013 gleichzeitig mit der Ski-WM im eigenen Land Mitte Februar erfolgt.

Angesichts der desolten Rahmenbedingungen in den Bundesliga-Spielstätten ist schon heute mit Absagen, oder irregulären Partien auf gefrorenen Spielfeldern in Ried, Wolfsberg und der Südstadt zu rechnen. Dafür aber freuen wir uns auf ein Wiener Derby unmittelbar nach dem WM-Slalom der Herren...

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