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Zeitlupe Rietzler


Verband und Liga müssen für EIN Ziel arbeiten

"Wenn Fußball die wichtigste Nebensache der Welt ist, dann ist Eishockey eindeutig die Hauptsache!" Zumindest bei Werner Schneyder, der mit diesen Worten seine Laudatio zur 100-Jahr-Feier des Österreichischen Eishockeyverbandes im Wiener Rathaus eröffnete.

Der Autor, Kabarettist, Regisseur und Sportkommentator (Boxen!) hat nach eigenen Angaben "als kleiner Bub in der Eishockey-Stadt Klagenfurt in der Drittelpause das Natureis geputzt, um gratis das Match sehen zu können." Der 75-Jährige hielt vor der versammelten heimischen und internationalen Hockey-Prominenz auch mit Kritik nicht hinter dem Berg.

Die Unfähigkeit des internationalen Verbandes, Stanley Cup und Weltmeisterschaften terminlich zu entflechten, hält Schneyder für unerträglich. Auf Österreich umgemünzt, der Kabarettist hat sich dazu nicht geäußert, stößt dem einen oder anderen die Zusammenarbeit zwischen Liga und Verband sauer auf.

Der Stellenwert der Nationalmannschaft, die mediale Präsenz des rot-weiß-roten-Teams, sowie der unbedingte Willen und das Bekenntnis der Funktionäre, in allen Bundesländern Talente für das A-Team auszubilden und entsprechend zu fördern, muss die oberste Prämisse sein.

Dann, und nur dann, werden Thomas Vanek und Co. eventuell "Erben" in der NHL bekommen, und das Nationalteam kann hoffentlich aus dem Lift, der zwischen A- und B-WM pendelt, aussteigen. Jeder Spieler aus dem Jahrhundert-Team des Verbandes betonte bei der Jubiläumsfeier mit Nachdruck, dass für ihn das A-Team der Sprung ins internationale Geschäft bedeutete und wohl nur via Nationalmannschaft der Weg in die NHL geebnet werden kann.

Dann, um mit Werner Schneyder zu schließen, können sich die Fans auch hierzulande weiter am hohen Tempo, der Härte, der engen Abfolge von Torraum-Szenen, eben an allem, was attraktives Eishockey auszeichnet, erfreuen.

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