Nach Präzedenz-Fall sind klare Regeln gefordert

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Die krasse Fehlentscheidung von FIFA-Schiedsrichter (!) Manuel Schüttengruber am Samstag in Altach ist auch nach der offiziellen Einstellung des Verfahrens gegen den zu Unrecht ausgeschlossenen Martin Hinteregger von RB Salzburg längst nicht vom Tisch.

Im Gegenteil. Bei allem Verständnis für die Entscheidung des Strafsenats vermuten Trainer, Spieler und Funktionäre künftig Endlos-Diskussionen bei ähnlich gelagerten Fällen. Viele Experten sehen das Urteil sogar als eine Vorstufe für die Einführung des Video-Beweises und/oder nehmen das Wort Neuaustragung der Partie in den Mund.

Schiri Schüttengruber hatte die Szene des Spiels in der 74. Minute definitiv falsch bewertet, den Salzburger Verteidiger Hinteregger ausgeschlossen und Altach einen Elfmeter zugesprochen, der zum 2:1 der Vorarlberger führte. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte sich Altach nicht des Elfmeter-Geschenks erfreuen können

Nach der Partie hielt Schüttengruber bei der ersten Videoanalyse an seiner Entscheidung fest, was ihm noch viel mehr Kritik einbrachte, als der klare Fehlpfiff zuvor. Angeblich hat der Oberösterreicher, ehe er in der Folge in der Kabine seinen Spielbericht verfasste, die letztlich unstrittige Aktion aus mehreren Kamera-Positionen sowie in Zeitlupe öfters betrachtet und folglich seinen Fehler eingesehen.

Im offiziellen Bericht jedenfalls gab er kleinmütig an, sich geirrt zu haben. Das wiederum führte zum Freispruch von Hinteregger durch den Strafsenat. So weit so schlecht! Dazwischen hat sich auch der Schiri-Obmann zu Wort gemeldet, von einer Fehlentscheidung gesprochen und die Saison des Referees vorzeitig als beendet erklärt.

Was nun? Ist die Forderung nach einer möglichen Neuaustragung der Partie von der Hand zu weisen? Hat die Liga mit der Einstellung des Verfahrens ein Fass geöffnet, das sie nicht mehr geschlossen bekommt?

Glasklare Richtlinien sind jetzt das Mindeste, was helfen kann. Fakt aber ist, dass Schiedsrichter-Entscheidungen ab sofort wohl nur noch bedingt Tatsachen-Entscheidungen sind. Denn es wird sicher nicht lange dauern, bis ein Verein gegen einen fragwürdigen Ausschluss seines Spielers mit allen Mitteln vorgehen und den "Präzedenzfall Hinteregger" in die Argumentation einfließen lassen wird.

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