Lösen die "Bullen" eine neue nationale Euphorie aus?

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Salzburg für Österreich – Österreich für Salzburg!?

Was waren das für Zeiten, als die Salzburger Austria in der Europacup-Saison 1993/94 ins UEFA-Cup-Endspiel gegen Inter Mailand einzog. Als die Mannschaft von Trainer Otto Baric rund um Heimo Pfeifenberger, Hermann Stadler, Peter Artner, Leo Lainer, Otto Konrad oder Heri Weber eine nationale Fußball-Euphorie ausgelöst hatte, mit ihren K.o.-Spielen gegen Eintracht Frankfurt und Karlsruhe nach Wien übersiedelte und die Prater-Arena zum Kochen brachte.

Zwanzig Jahre später schickt sich wieder eine Auswahl aus der Mozartstadt an, den Fußball-Kontinent im Sturm zu erobern.

Austrias Nachfolge-Klub Red Bull geigt bisher in der Europa League, dem Nachfolge-Bewerb des UEFA-Cups, groß auf. Nach Siegen in allen sechs Gruppen-Spielen, der souveränen Vorstellung in der heimischen Punktejagd und dem sehr beeindruckenden 3:0-Testspiel-Erfolg gegen die Bayern, ist den Salzburgern alles zuzutrauen. Auch der Aufstieg gegen Ajax.

Dafür wollen die "roten Bullen" heute in Holland den Grundstein legen. Über 1.000 Fans begleiten Salzburg nach Amsterdam. So viele, wie vor zwei, drei Jahren noch zu den Heimspielen nach Wals-Siezenheim gepilgert waren.

Die Zeiten haben sich geändert. Aus einem Haufen hoch bezahlter Söldner von einst ist eine homogene Truppe geworden, die unter Trainer Roger Schmidt einen modernen, attraktiven und erfolgreichen Fußball bietet.

Ein Rad greift ins andere, die Bullen-Offensive bereitet jedem Gegner Probleme, das Salzburger Gegen-Pressing beeindruckte sogar FC-Bayern-Coach Pep Guardiola. Mit Sadio Mane, Kevin Kampl, Jonatan Soriano und Alan verfügt das Team über Ausnahme-Könner, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Die Mannschaft ist eingespielt, selbstbewusst und erfolgshungrig. Und sie begeistert die Fans mit ihrem attraktiven Spiel-Stil auch außerhalb der Festspiel-Stadt.

Es wäre kein Wunder, würde in den nächsten Wochen wieder eine Stimmung frei nach dem Motto - "Salzburg für Österreich – Österreich für Salzburg" – aufkommen. Die Anzeichen sprechen dafür.

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