Hype um Hirscher gilt als Auftrag für den ÖSV

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Ende gut, alles gut?

Die geniale Slalom-Show von Marcel Hirscher zum Abschluss der Ski-WM war ganz großer Sport und wird - auch weil es Österreichs einziges Einzelgold bedeutet - nachhaltig in Erinnerung bleiben. Über die Nachhaltigkeit des 400 Millionen teuren und gelungenen Ski-Fests in Schladming müssen sich Tourismus-Manager, Politiker und die Bevölkerung im Ennstal zukünftig den Kopf zerbrechen.

Der ÖSV wird nicht umhinkommen, sportlich seine Lehren aus der Heim-WM zu ziehen. Die Zwischenrufe nach dem matten Abschneiden in sämtlichen Speed-Bewerben waren unüberhörbar.

Hermann Maiers Kritik-Ansätze, wonach die Saisonvorbereitung bzw. das mit einem enormen Aufwand betriebene Training hinterfragt werden muss, mag dem einen oder anderen Verantwortlichen sauer aufstoßen, haben aber sicher ihre Berechtigung. Hirscher fährt in einer eigenen Liga. Hirscher braucht den ÖSV, ist aber nur bedingt als ein Star des (Schröcksnadel)-Systems zu betrachten.

Der Salzburger baut auf sein vertrautes Umfeld. Seine wichtigsten Bezugspersonen stehen jedenfalls nicht auf der Gehaltsliste des ÖSV. Ob Trainer-Papa oder Service-Mann – Hirscher kocht in vielen Bereichen sein eigenes Süppchen. Und das ist gut so.

Der 23-Jährige wird - so er ohne größere Verletzungen durch die Winter kommt - auf Jahre hinaus den Skisport prägen und früher oder später auch in den schnellen Disziplinen den Ton angeben.

Vielleicht schafft es der ÖSV ja im Sog des Superstars neue Talente an die Weltspitze heranzuführen. Daran jedenfalls wird der Verband mit seinem 38-Millionen-Euro-Budget in den nächsten Jahren gemessen werden.

Hirscher ist eine "coole Socke" und taugt in vieler Hinsicht als leuchtendes Vorbild für die Jugend. Mit so einem Zugpferd innerhalb des Teams ist der Verband zum Erfolg verdammt. Für (Hirscher)-Neider und Besserwisser jedenfalls sollte da künftig kein Platz bleiben.

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