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Wann soll ein Sportler eingebürgert werden?

 

Eine Frage mit der sich Politiker, Funktionäre und auch Fans gerne beschäftigen. Dass die Antwort keine einfache ist, liegt auf der Hand. Persönliche Schicksale hängen von ihr ab.

Erst im Juni genehmigte der Ministerrat die Staatsbürgerschaft für 21 Sportler. Darunter die Seglerin Jolanta Ogar. Wenn Innenministerin Johanna Mikl-Leitner von einem „Mehrwert für Österreich“ als grundlegendes Kriterium spricht, hatte sie wohl jemanden wie die gebürtige Polin gemeint, die nur innerhalb weniger Monate an der Seite von Steuerfrau Lara Vadlau EM- und WM-Titel im 470er für Österreich holte.

Doch ist dieser Mehrwert auch gegeben, wenn sich wie im Falle von Bram Smallenbroek ein 27-jähriger Niederländer mit einem österreichischen 19-Jährigen um Startplätze bei Massenstart-Weltcups im Eisschnelllauf balgt?

Zur Erklärung: Smallenbroek ist durch seinen Wohnsitz in Österreich für Rot-Weiß-Rot startberechtigt. Er hält aktuell vier österreichische Rekorde und kann als Karriere-Highlights einen 15. Platz bei der Mehrkampf-EM 2012 sowie die imaginäre Quali für die Spiele in Sotschi aufweisen. In Relation zum aktuell bescheidenen Niveau in Österreich zweifellos ein Guter.

In den jüngsten Aussendungen erklärt der Verband ihn bereits zum „frischgebackenen Österreicher“, dessen Einbürgerung mit Hinblick auf die Teamverfolgung sogar Pflicht sei. Fragt sich nur, wie viel persönlicher Wunsch von ÖESV-Präsident Ernst Falger da drin steckt? Schließlich ist Smallenbroek der aktuell einzige Weltcup-Läufer des Falger-Vereins REC Innsbruck. Und schließlich kam die Weisung, dass Smallenbroek und nicht Linus Heidegger in Berlin starten soll, direkt von ihm.

Wäre eine Einbürgerung Smallenbroeks, der zudem die meiste Zeit mit dem ungarischen Team trainiert, tatsächlich ein Mehrwert für Österreich oder doch nur ein Mehrwert für Falger? Denn eines ist auch klar: In der Gewichtsklasse einer Ogar ist Smallenbroek nicht.

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