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Zeitlupe Prantl

 

Warum sollte Parits Risiko nehmen?

Keine Überraschung, keine Begeisterung. Die Reaktion eines Großteils der Austria-Anhänger ist irgendwo zwischen Achselzucken und Gleichgültigkeit angesiedelt. Mit der Bestellung von Peter Stöger zum neuen Cheftrainer gehen die Violetten den Weg des geringsten Widerstands.

Verwunderlich ist das keineswegs. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Sport-Vorstand Thomas Parits hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er gerne in bekannten Gewässern fischt. Er nimmt ungern Risiko, schart vielmehr Menschen um sich, von denen er weiß, was er zu erwarten hat.

Stöger ist so ein Fall. Er kennt den Klub, das Umfeld und die Spieler nur zu gut, wird mit Begeisterung bei der Sache sein und solide Arbeit leisten. Zudem ist der Wiener eine kostengünstige Lösung. Er verlangt keine Unsummen und übernimmt auch das bereits bestehende Trainerteam, zusätzliche Budget-Posten fallen also weg.

Jene Fans, die sich gewünscht hätten, dass die Austria einen Trainer von außen präsentiert, einen, der unvoreingenommen an die Arbeit in der Bundesliga herangeht, mussten bereits in den vergangenen Tagen feststellen, dass das angesichts der kursierenden Kandidaten nicht der Fall sein würde. Nach dem Flop Ivo Vastic ist das durchaus verständlich. Ein weiterer Fehlgriff dieser Art hätte Parits in die Bredouille gebracht, dann wäre auch sein Job nicht mehr sicher gewesen.

Ja, man darf davon ausgehen, dass Stöger einen guten Job macht und sich in der kommenden Saison für einen internationalen Startplatz qualifiziert. Nein, man darf nicht davon ausgehen, dass der FAK in der kommenden Saison Österreich mit innovativem Fußball entzückt.

Diese Aussichten scheinen Parits zu genügen. Das ist auch sein gutes Recht. Im Alter von 65 Jahren wird er keine Bestrebungen mehr haben, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Seine Bestrebung ist, sich als Sport-Vorstand der Austria zu halten. Natürlich, was denn sonst. Und um dieses Ziel zu erreichen, muss man kein Risiko nehmen. Das ist nicht überraschend, begeistert aber auch niemanden.

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