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Zeitlupe Prantl

 

Keine Liga-Erfahrung? Kein Problem!

Es ist eine mutige und gleichzeitig logische Entscheidung, die die Wiener Austria mit der Bestellung von Gerald Baumgartner getroffen hat.

Der 49-Jährige bringt keinerlei Bundesliga-Erfahrung als Trainer mit an den Verteilerkreis. Das ist angesichts der jüngeren FAK-Vergangenheit nichts Außergewöhnliches. Von den vier vorherigen Trainern der Violetten war das mit Ivica Vastic und Herbert Gager zwei Mal der Fall. Wie es bei den beiden geendet hat, ist bekannt – mit einer Endplatzierung, die nicht für den Europacup gereicht hat.

Bei Baumgartner verhält sich die Sache jedoch ein wenig anders. Der Salzburger wurde nicht von den Amateuren zu den Profis befördert, sondern hat sich bei Drittligist Pasching und Zweitligist St. Pölten vor allem als Cup-Schreck einen Namen gemacht. Dass Baumgartner Erfahrung als Trainer hat, steht also außer Frage.

Und er hat auch Erfahrung mit einem anspruchsvollen Umfeld, das bei Misserfolg sehr rasch sehr unruhig werden kann. Baumgartner weiß aus seiner Zeit bei den Red Bull Juniors und den damals mit dem Getränkehersteller verbandelten Paschingern, wie er mit Erfolgsdruck umzugehen hat. Dass die Austria-Profis in dieser Hinsicht noch einmal eine Steigerung darstellen, ist klar. Dem Trainer darf aber zugetraut werden, dass er dem Druck gewachsen ist.

Zudem wird in den ersten Stellungnahmen klar, dass sich Baumgartner bewusst ist, dass es in Wien-Favoriten nicht reicht, einfach nur erfolgreich zu sein – die Austria stellt den Anspruch, darüberhinaus auch noch unbedingt attraktiven Fußball zeigen zu wollen.

Es ist also eine große Aufgabe, der sich der Coach in der Hauptstadt stellt. Doch Baumgartner hat das Zeug dazu, sie erfolgreich zu bewältigen. Auch ohne Bundesliga-Erfahrung.

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