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Zeitlupe Kastler


Keiner ist größer als das Team

Es ist egal, wer ihm (andere Vereine oder das Senden einer Email) eingeflüstert hat oder nicht: Sadio Mane hat am Montag das Training auf eigene Faust verlassen und war danach nicht mehr für ein Gespräch anwesend. Dem schriftlichen Ansuchen, sich am Dienstag um 8:30 Uhr mit Trainer Adi Hütter zu treffen kam der 22-Jährige ebenfalls nicht nach. Auch zum Training selbst erschien der Senegalese nicht. Einen Tag, weniger als 36 Stunden vor dem „wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte“ (Ralf Rangnick) wurde Mane auf diese Weise zum Egoisten und ließ seine Teamkollegen mit diesem Verhalten im Stich. Auch wenn er von einem Missverständis sprach: Das Training hat er selbst verlassen und zu den Terminen erschien er nicht. Salzburg wird nicht ohne Grund einen seiner besten Kicker, den sie immer in höchsten Tönen gelobt und verteidigt haben, vor dem Finale von Malmö zu Hause gelassen haben. Seit zwei Jahren, als der technisch so beschlagene Kicker unter anderem mit Kevin Kampl nach Österreich kam, gab es für diese Salzburger Mannschaft nur ein Ziel: das erstmalige Erreichen der Champions League. Dafür arbeiteten sie tagtäglich im Training und wöchentlich in der für einige nicht heißgeliebten Bundesliga. Immer für das gemeinsame Ziel - was natürlich auch eine Steigerung der individuellen Qualität inbegriff. Es ist nur verständlich, dass man noch andere Ziele als die österreichische Liga hat. So aber wuchs die Mannschaft zusammen, sie formte sich zu einer echten Einheit und – das Wichtigste – sorgte am Platz gemeinsam für tolle Fußball-Abende. Gemeinsam. Mane war ein Teil davon und weckte deswegen Begehrlichkeiten. Nicht weil er alleine spielte, sondern weil er gemeinsam mit seinen Teamkollegen spielte. Die Verantwortlichen haben vor diesem so wichtigen Spiel völlig richtig entschieden. Es geht auch ohne ihn. Keiner ist größer als das Team.

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