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Zeitlupe Kastler




Wiederholt sich Geschichte (nicht)?

Geschichte wiederholt sich – auch in diesem Jahr? Vergangene Saison ging der Meistermacher der Wiener Austria, Peter Stöger, nach Deutschland (Köln) und wurde vom Trainer des erfolgreichen Aufsteigers, Nenad Bjelica (WAC), beerbt. Eine Neuauflage scheint kurz bevor zu stehen. Denn Salzburgs Meistermacher Roger Schmidt hat seinen Wechsel nach Deutschland (Bayer Leverkusen) bereits bekanntgegeben und in der Pole Position scheint der Coach des Aufsteigers aus Grödig zu stehen, Adi Hütter.

Bleibt für den Vorarlberger zu hoffen, sollte das Engagement zustande kommen, dass ihm ein Kapitel a la Nenad Bjelica - vor allem das Ende - erspart bleibt. Der schaffte zwar mit der Austria den Sprung in die Champions League, doch mit der Mannschaft überwarf sich der Kroate nach und nach. So musste der 42-Jährige nach Beginn der Frühjahrssaison gehen. Hütter erfüllt die zwei von Rangnick öffentlich geäußerten Anforderungen des Salzburg-Trainers: Zum einen spricht der 44-Jährige freilich Deutsch (und wäre nach Kurt Jara zu Beginn der erst zweite österreichische Trainer in der RB-Ära), zum anderen hat Hütter mit Grödig diese Saison oft genug bewiesen, dass der Vorarlberger etwas von der Spielidee der Salzburger versteht.

Schmidt ist für seine Mannschaft eine Vater-Figur, Hütter gilt in dieser Hinsicht sicherlich distanzierter, was bei dem einen oder anderen sensiblen Salzburg-Star möglicherweise zu (Bjelica-)ähnlichen Problemen führen könnte. Aber entscheidend ist: Hütter ist nicht Bjelica. Der Noch-Grödiger hat bewiesen, eine Mannschaft in guten wie in schlechten Zeiten führen zu können. Als der Wettskandal rund um den Untersberg so richtig Fahrt aufnahm, fuhr Grödig auch mit einer Rumpftruppe Erfolge ein. Und auch nach prominenten Abgängen (Zulechner, Salamon) mischen die Salzburger bis einen Spieltag vor Schluss um den Europacup-Startplatz mit. Es wäre interessant zu sehen, wie Hütter nach den "Village People" nun mit der Star-Truppe aus der Mozartstadt arbeitet. Wer dabei von mangelnder Erfahrung spricht, sollte bedenken, dass auch Schmidt vor zwei Jahren international keine hatte. Und in einem Fall wäre es ohnehin schön, wenn sich Geschichte wiederholen würde: Wenn Hütter es zehn Jahre nach der ersten (österreichischen) Teilnahme auch als Trainer in die Champions League schaffen würde. Wieder mit einem Salzburger Team.

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