Wen wundert’s?

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Zeitlupe Kastler

Salzburger Weg wird auch intern unüberhörbar hinterfragt

Red Bull Salzburg ist zum achten Mal in der Qualifikation zur Champions League gescheitert. Also alles wie immer. 0:3 in Malmö. Wie 2014. Eines war dieses Jahr allerdings anders: Im Vorfeld der Saison hat der Double-Sieger das Thema "Königsklasse" überaus defensiv behandelt. Kein Wunder, wurde die Mannschaft doch massiv umgebaut und kamen einmal mehr überwiegend Talente.

Erfahrenere Neuzugänge wie Reinhold Yabo (verletzt), Omer Damari (verletzt bzw. nicht auf der offiziellen UEFA-Kaderliste) oder Paulo Miranda (inferior gespielt) halfen nicht. Dem 17-jährigen Dimitri Oberlin ist ebenso wenig vorzuwerfen wie dem 18-jährigen David Atanga. Die neuformierte Mannschaft machte es im Hinspiel gut, im Rückspiel nicht.

Junge Spieler sind inkonstant – kein Wunder. Es stimmten die Laufwege nicht, Pässe kamen in der Gefahrenzone nicht an und die Offensive war auf Zufallsproduktion aufgebaut. Wen wundert’s, dass es in Malmö wieder nicht geklappt hat? Doch es steigt die Frustration. Salzburg-Fans kritisieren Ralf Rangnick, der Stammspieler nach Leipzig gelotst hat. Der 19-jährige Valentino Lazaro twitterte: „Mal WIEDER zusehen müssen wie wir ausscheiden… #sprachlos #männermüssenher“.


Alexander Walke meinte schon nach dem 1:2 gegen Rapid: „Wir haben Kinder-Fußball gespielt.“ Wen wundert’s? Die Startelf war im Schnitt 22,4 Jahre alt und Routiniers wie Leitgeb oder Ulmer tragen alleine das Spiel nicht. Jonatan Soriano forderte bereits nach dem Aus gegen Villarreal im Frühjahr „mehr Erfahrung“. Gut möglich, dass sich der Kapitän nicht mehr allzu lange als Kindergärtner sieht.

Für fast die Hälfte der eingesetzten Spieler (sechs von 14) war es ihr Europacup-Debüt auf fremden Terrain. Ja selbst für Trainer Peter Zeidler waren die Duelle gegen Malmö (europäisches) Neuland. Salzburg mag das Ziel Champions League nicht ausgegeben haben, aber Spieler und Fans wollen eben dort hin. Martin Hinteregger meint: „Wir müssen überlegen, vom Kinderfußball wieder zum Fußball zurückzukommen, den wir unter Roger Schmidt gelernt haben.“

Der Weg, den Salzburg eingeschlagen hat, wird auch intern unüberhörbar hinterfragt. Und das ist auch nicht verwunderlich.

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