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Rote Karte für die Einigelung


Das Duell zwischen Manchester United und Real Madrid hat einmal mehr die Frage aufgeworfen, in welche Richtung sich der Fußball orientiert.

Beim Aufeinandertreffen dieser zwei Hochkaräter hatte man sich aufgrund der vorhandenen Offensivpower ein Spektakel der Extraklasse erwartet, doch die „Red Devils“ hielten sich nicht an den Plan, sondern flüchteten sich in 180 Minuten Einigelung und suchten ihre Chancen lediglich in Kontern und Standardsituationen.

Wenn selbst ein bis dahin zum Kreis der Titelanwärter zählender Verein wie United sein herkömmliches Rezept über den Haufen wirft und im „Spiel des Jahres“ Granaten wie Wayne Rooney, Ashley Young oder Shinji Kagawa (am Wochenende immerhin Triplepack-Schütze gegen Norwich City) auf die Bank setzt, um Beton anzurühren, darf hinterfragt werden, wohin das noch führen soll.

Wenn vermeintliche Außenseiter, aufgrund fehlender Alternativen, ihr Glück in der Defensive suchen, ist das ja noch legitim und verständlich. Wenn mittlerweile jedoch schon Offensivapostel nach einer neuen Berufung suchen, kann einem in Hinblick auf spannende Topspiele angst und bange werden.

Oder würdet ihr gerne im CL-Finale einen Nicht-Angriffspakt sehen, da kein Team das nötige Risiko eingehen will? Viel hätte nicht gefehlt und ein weiteres Team wäre auf diese Art und Weise ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Deshalb fordere ich eine Rote Karte für die Einigelung!

Denn bei so einer Spielweise braucht sich im Endeffekt keiner beschweren, wenn er als Verlierer vom Platz geht – auch wenn man, wie nach dem Ausschluss von Nani, in Unterzahl agieren muss. Denn diese Rote Karte kann im Übrigen zwar als überhart gesehen werden, laut Regeln ist die Entscheidung jedoch aufgrund gefährlichen Spiels vertretbar.

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