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WM-Auftakt macht Lust auf mehr

So nahe Anna Fenninger am Dienstag dem perfekten Schwung war, so nahe war ich dem perfekten Zeitpunkt für das Ende meiner Vater-Karenz, die am selben Tag auslief. Denn dieser WM-Auftakt hat wirklich Lust auf mehr Ski-Action in Vail und mir zugleich den teilweisen Abschied von der Funktion als Vollzeit-Papa etwas leichter gemacht.

Zuerst begeisterte Superstar, Comeback-Queen und Lokalmatadorin Lindsey Vonn die amerikanischen Massen. Danach setzte Titelverteidigerin Tina Maze noch einen drauf. Wenige Minuten später sorgte aber Anna Fenninger für rot-weiß-rote Jubelstürme, als sie die Slowenin im Hundertstel-Krimi auf Platz zwei verwies.

Einzig die „Blecherne“ von Conny Hütter stimmte ein bisschen traurig. 11/100 Sekunden fehlten bei der WM-Premiere zu Edelmetall, das der sympathischen Steirerin wohl jeder vergönnt hätte. Die 22-Jährige muss deshalb aber nicht Trübsal blasen. Im Windschatten von Anna F. steht ihr ebenfalls eine großartige Karriere bevor.

Fenninger hat innerhalb eines Jahres mit Olympia-Gold, Gesamt-Weltcup und WM-Gold alles gewonnen, was es im Ski-Zirkus zu gewinnen gibt und sich mit ihren gerade einmal 25 Jahren zur unumstrittenen Führungs-Persönlichkeit im ÖSV-Team entwickelt. Eine derartige Leader-Figur in der eigenen Mannschaft zu haben, ist so gut wie unbezahlbar, können sich doch durch diese Sogwirkung auch die Teamkolleginnen kontinuierlich und ohne Druck weiter entwickeln. Dieses Phänomen trat schon um die Jahrtausendwende bei den Herren mit Hermann Maier und in den vergangenen Jahren bei den US-Damen hinter Vonn auf.

Vielleicht geht schon in den kommenden WM-Rennen ein weiterer ÖSV-Stern auf. Die Vorfreude ist nach diesem gelungenen Auftakt auf jeden Fall riesengroß.

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