Der ÖFB braucht eine "Nationalstadion-Taskforce"

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Wenn alles perfekt läuft, darf sich Österreich am Samstag im Happel-Stadion über die erfolgreiche EM-Qualifikation freuen.

Fans und Spieler werden gemeinsam feiern. Das Problem: Die Architektur des Happel-Ovals macht eine kollektive EURO-Party ziemlich umständlich. Zwischen Zuschauerrängen und Laufbahn liegt ein Höhenunterschied von gut drei Metern. Bei einem reinen Fußballstadion mit Tribünen bis an den Spielfeldrand würden die Feierlichkeiten atmosphärischer von statten gehen.

Nicht nur deswegen werden in Österreich immer wieder Rufe nach einem neuen Nationalstadion laut. Der ÖFB muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den perfekten Zeitpunkt für einen Bau dieser Arena mit der Heim-EURO 2008 verpasst zu haben.

Sieben Jahre danach bekräftigen die obersten Fußball-Funktionäre dennoch immer wieder den Wunsch nach einer modernen Heimstätte für das ÖFB-Team. Dafür soll der Staat das Geld bereitstellen, lautet der Tenor. Begründet wird das mit dem Nutzen, den der Fußball der Gesellschaft bringt: 22.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 667 Millionen Euro, rechnet ÖFB-Präsident Leo Windtner hier vor.

Konkrete Pläne für ein Nationalstadion gäbe es aber nicht, sagt der Oberösterreicher. Der ÖFB fordert also Geld für ein Projekt, das es noch nicht gibt. Die Vorgansweise sollte eigentlich umgekehrt sein. Zuerst planen, dann fordern. Sonst läuft man Gefahr, Steuergeld beim Fenster hinauszuwerfen. Das zeigt nicht zuletzt die Situation um das Wörthersee-Stadion in Klagenfurt (Infos).

Der ÖFB könnte die erfolgreiche EM-Qualifikation zum Anlass nehmen, um selbst ein zukunftsträchtiges Projekt zu starten. Eine „Taskforce Nationalstadion“ würde sich anbieten, um einen möglichen Standort zu finden, konkrete Pläne zu entwickeln und Kosten abzuschätzen. Danach kann man sich um die Finanzierung kümmern, die nicht ausschließlich vom Staat übernommen werden muss, sondern zum Beispiel auch über die Vergabe der Namensrechte erfolgen kann.

Ist es den ÖFB-Granden wirklich ernst mit dem Projekt Nationalstadion, dann muss ein Konzept her. Spieler und Fans hätten sich jedenfalls eine würdige Heimstätte verdient.

 

Ein Kommentar von Jakob Faber

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